Tag der Republik: Indien streicht christliche Hymne aus Feier

Feier zum Tag der Republik : Indien streicht christliche Hymne

Die Hymne wird seit fast 70 Jahren bei der Feier gespielt. In Indien werden Christen seit einigen Jahren immer stärker diskriminiert.

Christen in Indien sind entsetzt über die Entscheidung der indischen Regierung, eine traditionell zum „Tag der Republik“ (27. Januar) von einer Militärkapelle gespielte christliche Hymne zu streichen. „Abide With Me“ (Bleib bei mir) wird seit 1950 während der Zeremonie gespielt. Joseph Dias, Generalsekretär des „Säkularen Forums“ in Mumbai, nannte die Streichung der Hymne aus dem Repertoire laut dem asiatischen Pressedienst Ucanews „bedauerlich“.

Er sei nicht sicher, so Dias, „wozu dieser Schritt dient – aber es ist sicher respektlos gegenüber Gandhi“. Zudem könnte dies „in einem Land, das an den Säkularismus glaubt, die falsche Botschaft vermitteln“. „Abide With Me“ war ein Lieblingslied von Indiens Unabhängigkeitshelden Mahatma Gandhi (1869-1948).

Seit der Machtübernahme des hindunationalistischen Premierministers Narendra Modi 2014 hat die Diskriminierung von Christen und anderen Minderheitsreligionen im mehrheitlich hinduistischen Indien massiv zugenommen. Indien ist laut des am Mittwoch veröffentlichten neuen Berichts der Hilfsorganisation Open Doors unter den zehn Ländern, in denen Christen am stärksten Opfer von Verfolgung werden. Vor zwei Wochen sagte Indiens katholische Kirche wegen der politischen Lage den für Oktober 2021 geplanten „Asiatischen Jugendtag“ ab.

(c-st/kna)