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Sudan: Tierschützer kümmern sich um vernachlässigte Löwen in Khartum

Erschreckende Bilder aus dem Sudan : Tierschützer kümmern sich um vernachlässigte Löwen in Khartum

Die Bilder der hungernden Löwen im Zoo von Khartum sind um die Welt gegangen. Ihre Haut ist schlaff, die Rippen stehen hervor. Ein Anblick zum Erbarmen. Tierschützer wollen die Löwen jetzt retten.

Spezialisten der Tierschutzorganisation Vier Pfoten haben sich der hungernden Löwen im Zoo von Khartum angenommen. Tiermediziner und Wildtier-Experten untersuchten am Dienstag die Tiere im Al-Kuraschi-Park der sudanesischen Hauptstadt und zeigten sich erschüttert über den erbärmlichen Zustand der Tiere und ihrer Unterkunft. Die vier Löwen seien dehydriert und brächten nur noch ein Drittel ihres Normalgewichts auf die Waage, sagte Einsatzleiter Amir Khalil. Ihr Zustand sei kritisch.

Der Zoo hatte einst mindestens fünf männliche und weibliche Löwen beherbergt. Doch wegen der Wirtschaftskrise wurden die Tiere kaum noch gefüttert und magerten bis auf die Knochen ab. Vergangene Woche starb eine Löwin an Hunger. Die Bilder der leidenden Kreaturen gingen um die Welt und lösten eine Welle des Mitleids und der Hilfe aus, die auch den Einsatz von Vier Pfoten möglich machte. Der stieß allerdings auf bürokratische Hindernisse. Zöllner beschlagnahmten nach Angaben der Organisation bei der Ankunft Gepäck mit wichtigen Medikamenten.

Khalil sagte, die Tiere könnten ihre Muskeln nicht mehr bewegen. Er wisse nicht, wie er ihnen eine Spritze setzen solle. „Ich verstehe nicht, wieso niemand die Aufgabe erhalten hat, sie zu füttern oder wie die Behörden das einfach übersehen konnten“, sagte Khalil. Pläne, die Löwen ins Ausland zu bringen, gebe es derzeit nicht.

Zoodirektor Bader al-Din Wassim war optimistischer. Den Löwen werde es besser gehen und die Behörden würden die beschlagnahmten Medikamente wohl am Dienstag freigeben. Außerdem werde die internationale Aufmerksamkeit dafür sorgen, dass der Zoo renoviert werden könne.

(csi/dpa)