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Streit vor Gericht - Flintstones-Haus droht der Abriss

„Yabba Dabba Do“ : Streit vor US-Gericht – Dinos von Flintstones-Haus sollen abgerissen werden

Das Anwesen im Stil des Steinzeit-Cartoons in Hillsborough, einem Vorort von San Francisco, ist auf jeden Fall ungewöhnlich. Für Aufregung sorgen jetzt die Dino-Statuen im Garten. Ein Gericht soll entscheiden, ob sie bleiben dürfen.

Dinosaurier stehen neben Riesenpilzen im hügeligen Garten, ein lebensgroßer Fred Feuerstein begrüßt Besucher an der Eingangstür, und an der Auffahrt steht in großen Lettern „Yabba Dabba Do“ geschrieben. In einem schicken Vorort von San Francisco kämpfen die pensionierte Verlagsunternehmerin Florence Fang und die Regierung von Kalifornien um ihre Hommage an den Cartoon aus den 1960er Jahren. Das gewagte, knollenförmige Haus ist von Figuren aus der Steinzeit umringt, daneben Aliens und andere Kuriositäten.

Tausende Unterstützer fordern in Online-Petitionen die Erhaltung des aufmerksamkeitsheischenden Grundstücks, das von einer Autobahn in der Nähe sichtbar ist. Das 832-Quadratmeter-Haus selbst steht nicht auf dem Spiel - die Stadt Hillsborough meint aber, das mehrere Millionen teure Anwesen sei ein Schandfleck und seine Existenz öffentliche Belästigung. Beamte klagten im März vor einem Landesgericht, um die Besitzerin zu zwingen, die unerlaubten Garteninstallationen zu entfernen. Fang lebt nicht in dem Haus, nutzt es aber zur Unterhaltung.

Eine Anwältin der 84-Jährigen sagt, snobistische Beamte wollten Fang ihr verfassungsmäßiges Recht nehmen, ihren Garten zu genießen. Sie kündigte einen entschlossenen Kampf an. „Frau Fang hat die Menschen zum Lächeln gebracht, sie bereitet ihnen Freude. Was gibt es nicht zu lieben an einem Dino, der sich wie ein Hund verhält?“, fragt Angela Alioto. „Was ist los mit diesen Leuten?“

Das ungewöhnliche Haus, derzeit in rot-braun und lila gestrichen, wurde von Architekt William Nicholson entworfen und 1976 gebaut. Fang, eine prominente Philanthropin, die einst die Zeitung „San Francisco Examiner“ herausgab, kaufte das Grundstück im Juni 2017 für 2,8 Millionen Dollar (knapp 2,5 Millionen Euro).

Im skurrilen Vorgarten stehen Statuen von Barney und Betty Geröllheimer, zusammen mit Fred und Wilma Feuerstein. Auf einem Schild steht „Keine Dinos erlaubt“, daneben ein lilafarbener Cartoon-Dino. Eine steile Treppe, die Beamte für unsicher halten, führt in einen Garten mit gigantischen metallenen prähistorischen Tieren.

Der Ort Hillsborough, sagt dessen Anwalt Mark Hudak, sei stolz auf seine ländlich-waldige Atmosphäre. „Ob sie ein Projekt mit lustigen Cartoon-Charakteren baut oder Rodin-Statuen oder sonstwas, sie muss sich wie alle anderen an die Regeln halten“, sagt Hudak. Derartige Bauten müssten genehmigt werden.

Es sei ungewöhnlich für Hausbesitzer, drei Anordnungen zum Stopp von Bauarbeiten zu ignorieren, sagt Tim Iglesias, Professor für Eigentumsrecht an der juristischen Fakultät der Universität von San Francisco. Privates Eigentum werde in den USA seit der Kolonialzeit reguliert.

„Dies ist ein Fall, in dem eine sehr reiche, gebildete Hausbesitzerin der Stadt konsequent eine lange Nase macht“, meint Iglesias. „Wenn sie die damit davonkommen lassen, können alle anderen reichen Leute ins Hillsborough sagen: "Hey, ich kann mit meinem Grundstück machen, was ich will. Wen interessiert die Planungsabteilung?"“

(lukra/dpa)