Spanische Polizei deckt Schleppernetzwerk auf - mehr als 350 Menschen geschleust

Mehr als 350 Menschen geschleust : Spanische Polizei deckt Schleppernetzwerk auf

Die spanische Polizei hat ein von Barcelona aus betriebenes bangladeschisches Schleusernetzwerk aufgedeckt. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, hatten die Schlepper mehr als 350 Menschen aus Südasien nach Spanien geschleust und ihnen falsche Pässe gegeben.

Die Polizei nahm elf mutmaßliche Schleuser in Barcelona fest. Für die über 8000 Kilometer lange Reise bezahlten die Flüchtlinge den Angaben zufolge zwischen 14.000 und 20.000 Euro an die Schlepper. Sie wurden nach Algerien geflogen, liefen von dort zu Fuß über die Grenze nach Marokko und wurden dann in Motorbooten über das Mittelmeer nach Spanien gebracht.

Mindestens 350 Menschen aus Bangladesch, Indien, Pakistan und Sri Lanka gelangten auf diesem Weg nach Spanien. Dort erhielten sie nach Polizeiangaben gefälschte Pässe oder falsche polizeiliche Führungszeugnisse, mit denen sie eine Aufenthaltserlaubnis in Spanien beantragen konnten.

Das Schleppernetzwerk bestand den Angaben zufolge aus mehreren Zellen. Eine Zelle warb die Flüchtlinge an, eine andere organisierte den Aufenthalt in den Transitländern und eine dritte plante die Fahrt über das Mittelmeer.

Spanien ist nach Griechenland das wichtigste Ankunftsland für Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) kamen seit Jahresbeginn mehr als 7800 Flüchtlinge nach Spanien. Die meisten gelangten per Boot von Marokko über das Mittelmeer nach Spanien. Die Mehrheit der Flüchtlinge stammte aus Afrika.

(mro/AFP)
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