Spanien: Demonstranten in Katalonien blockieren Straßen

Brennende Reifen : Demonstranten bringen Verkehr in Barcelona zum Erliegen

Hauptverkehrsstraßen, ein halbes Dutzend Autobahnen und der Schienenverkehr - katalanische Demonstranten haben viele Verkehrsteilnehmer in Barcelona gestoppt. Sie fordern die Unabhängigkeit von Spanien.

Im Nordosten Spaniens haben Streikende, die sich für die Unabhängigkeit Kataloniens einsetzen, Schienen und Straßen blockiert. Betroffen seien Hauptverkehrsstraßen in Barcelona sowie ein halbes Dutzend Autobahnen und der Schienenverkehr in Katalonien, teilte die katalanische Verkehrsbehörde mit. Auf mehreren Autobahnen hätten die Streikenden Reifen verbrannt.

Die Polizei teilte mit, es habe Zusammenstöße gegeben, als Streikende Menschenketten bildeten, um den Verkehr zu stoppen. Ein Aktivist sei in Barcelona festgenommen worden, weil er einen Polizisten geschlagen habe. Bei einer Auseinandersetzung an einer Straße hätten Streikende Gegenstände auf Polizisten geworfen. Viele von ihnen seien vermummt gewesen.

Zu dem Generalstreik am Donnerstag hatten kleinere Gewerkschaften von Arbeitnehmern und Studenten aufgerufen, die eine Sezession der Region Katalonien befürworten. Auf dem Papier fordern die Gewerkschaften eine bessere Sozialpolitik einschließlich einer 35-Stunden-Woche und eines höheren Mindestlohns. Befeuert werden die Proteste aber von Ärger über die spanischen Behörden, die ein Dutzend Separatisten wegen ihrer Aktionen 2017 für eine Loslösung von Spanien vor Gericht stellten. Die großen Gewerkschaften Kataloniens unterstützten den Ausstand nicht.

In Barcelona sollten im Lauf des Donnerstags weitere Proteste von Studenten und der Gruppe Assemblea Nacional Catalana (ANC) stattfinden. Das Motto der ANC lautet: „Selbstbestimmung ist kein Verbrechen“. Die spanische Zentralregierung argumentiert, dass Regionen des Landes laut Verfassung nicht einseitig ihre Unabhängigkeit erklären könnten.

(kron/dpa)