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Skandal um Autoboss Carlos Ghosn: Japan nimmt mutmaßliche Fluchthelfer in Gewahrsam

Skandal um früheren Autoboss : Japan nimmt mutmaßliche Fluchthelfer von Carlos Ghosn in Gewahrsam

Nach der spektakulären Flucht des früheren Autobosses Carlos Ghosn vor gut einem Jahr hat Japan zwei von den USA ausgelieferte mutmaßliche Helfer in Gewahrsam genommen. Ghosn selbst hält sich noch immer im Libanon auf.

Nach der spektakulären Flucht des früheren Autobosses Carlos Ghosn vor gut einem Jahr hat Japan zwei von den USA ausgelieferte mutmaßliche Helfer in Gewahrsam genommen. Die zwei Verdächtigen, ein 28-Jähriger und dessen 60 Jahre alter Vater, trafen am Dienstag mit einer Maschine aus Boston auf dem Flughafen Narita nahe Tokio ein. Sie hatten bis zum Obersten Gerichtshof der USA vergeblich gegen eine Auslieferung nach Japan geklagt. Sie waren Ende Mai vergangenen Jahres auf Antrag der japanischen Staatsanwaltschaft in Harvard im US-Bundesstaat Massachusetts festgenommen worden. Ihnen wird vorgeworfen, Ghosn geholfen zu haben, Japan zu verlassen.

Der damalige Vorstandschef des französisch-japanischen Autobündnisses Renault-Nissan-Mitsubishi war am 19. November 2018 in Tokio unter anderem wegen Verstoßes gegen Börsenauflagen festgenommen und angeklagt worden. Im April 2019 wurde er unter strengen Auflagen auf Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen. Ghosn floh dann Ende Dezember unter abenteuerlichen Umständen in einem Privatjet nach Beirut. Er soll in einer Kiste versteckt gewesen sein, die am Flughafen als Gepäck für Musikinstrumente deklariert war und nicht durchleuchtet wurde.

Ghosn besitzt neben der französischen auch die libanesische und brasilianische Staatsbürgerschaft. Japan bemüht sich bislang vergeblich bei der libanesischen Führung um die Auslieferung des geflohenen früheren Autobosses. Japan hat mit dem Libanon kein Auslieferungsabkommen.

(th/dpa)