Sex gegen Jobs – Frauen werfen Plácido Domingo Belästigung vor

Weltberühmter Opernstar : Sex gegen Jobs – Frauen werfen Plácido Domingo Belästigung vor

Mehrere Frauen werfen dem spanischen Opernsänger und Dirigenten Plácido Domingo sexuelle Belästigung vor. Domingo nannte die Anschuldigungen „zutiefst beunruhigend und wie dargelegt, unzutreffend“.

Der Nachrichtenagentur AP sagten neun Frauen, der international bekannte Superstar der Opernwelt habe versucht, sie in sexuelle Beziehungen zu zwingen, indem er ihnen Jobs angeboten habe. Die Frauen berichteten demnach von Umarmungen, von Küssen auf den Mund, von nächtlichen Telefonanrufen und davon, dass Domingo auf private Treffen gedrängt habe. In einigen Fällen habe er die Frauen bestraft, wenn sie seine Annäherungen verweigerten.

Sechs Frauen sagten aus, sie hätten sich durch anzügliche Annäherungsversuche durch Domingo unwohl gefühlt. Beinahe drei Dutzend weitere Personen aus Opernkreisen sagten, sie hätten unangemessenes, sexuell-gefärbtes Verhalten von Domingo beobachtet.

Domingo nannte die Anschuldigungen „zutiefst beunruhigend und wie dargelegt, unzutreffend“. „Ich habe geglaubt, dass alle meine Interaktionen und Beziehungen immer willkommen und im gegenseitigen Einverständnis waren“, fügte er hinzu. Er erkenne jedoch an, dass sich heutige Regeln und Standards von denen der Vergangenheit unterschieden.

Plácido Domingo ist einer der größten Klassikstars der Gegenwart. Über Jahrzehnte war der Tenor an allen großen Opernhäusern der Welt zu Gast. Vor einigen Jahren wechselte er ins Baritonfach. Er bestritt als Opernsänger nach eigenen Angaben mehr als 4000 Aufführungen. Im vergangenen Jahr sang er bei den Salzburger Festspielen seine 150. Opernrolle.

Große Erfolge feierte Domingo als einer der „Drei Tenöre“ zusammen mit Luciano Pavarotti und José Carreras. Als Dirigent leitete er mehr als 500 Opernaufführungen und Konzerte. Seit 2003 ist Domingo Generaldirektor der Oper von Los Angeles.

(lukra/mro/dpa)
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