Pakistan: Sechs Tote bei Angriff auf World-Vision-Büro

Pakistan: Sechs Tote bei Angriff auf World-Vision-Büro

Islamabad (RPO). Bei einem Angriff auf Mitarbeiter eines christlichen Hilfswerks in Pakistan sind am Mittwoch sechs Menschen getötet worden. Alle Opfer, darunter zwei Frauen, seien Pakistaner muslimischen Glaubens, erklärte die Hilfsorganisation World Vision.

Mehrere Bewaffnete hätten das Büro des Hilfswerks in der Ortschaft Ogi im Bezirk Mansehra im Nordwesten Pakistans mit Granaten angegriffen und danach mit Schusswaffen auf die Mitarbeiter gefeuert. Nach Angaben von World Vision waren in Mansehra ausschließlich einheimische Helfer im Einsatz.

"Wir sind tief betroffen, dass wir einheimische Mitarbeiter verloren haben, die sich sehr für eine Verbesserung der Lebensumstände in Pakistan eingesetzt haben", erklärte World-Vision-Sprecher James East in Islamabad. Die Organisation stellte ihre Arbeit in der Nordwest-Provinz vorerst ein. "Ob wir unsere Arbeit in den nächsten Tagen und Wochen fortführen, ist noch nicht entschieden", sagte die Sprecherin von World Vision Deutschland in Friedrichsdorf, Silvia Holten.

Der Nordwesten Pakistans wurde 2005 von einem schweren Erdbeben erschüttert, nach den Kämpfen im nahe gelegenen Swat-Tal im vergangenen Jahr errichtete World Vision überdies mehrere Flüchtlingslager in der Region. Der Bezirk Mansehra selbst sei bislang aber vergleichsweise ruhig gewesen, sagte Holten der DAPD. Vor dem Angriff habe es keinerlei Drohungen oder sonstige Feindseligkeiten gegen die World-Vision-Mitarbeiter gegeben. "Die Kollegen waren sehr überrascht", sagte Holten. Sie gingen "von externen Tätern aus, die nicht aus der Region kommen". Zu den aktuellen Hilfsprojekten von World Vision in Mansehra gehörten auch Ausbildungsprogramme für Frauen und Mädchen.

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Menschenrechtsbeauftragter Nooke verurteilt Bluttat

Auch der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke, zeigte sich über den Angriff bestürzt. "Der Anschlag auf das Büro von World Vision hat mich tief erschüttert", erklärte Nooke in Berlin. Die Opfer hätten sich "im Sinne der Menschen vor Ort, aber auch in unserem Sinne für Frieden und Entwicklung in Pakistan eingesetzt". Nooke ist Mitglied im Kuratorium der deutschen Sektion von World Vision.

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(apd/felt)