Schwerreich und geheimnisvoll - Das ist Thailands neuer König

Maha Vajiralongkorn : Schwerreich und geheimnisvoll - das ist Thailands neuer Prunk-König

Schwerreich, Vater von sieben Kindern und Hobbypilot: Viel wissen die Thailänder nicht über ihren neuen König. Kurz vor seiner Hochzeit nahm er sich noch seine Freundin zu Ehefrau Nummer vier. Nun wurde er gekrönt.

Der 66-jährige Maha Vajiralongkorn, der am Samstag in einer prunkvollen Zeremonie gekrönt wurde, tritt nur selten öffentlich auf. Bekannt ist, dass er schwerreich, leidenschaftlicher Hobby-Pilot und Vater von sieben Kindern ist. Drei Ehen wurden geschieden, am Mittwoch gab der Palast überraschend die Hochzeit mit seiner vierten Frau Suthida Vajiralongkorn na Ayudhya bekannt. Sie wurde am Samstag zur Königin Suthida.

Nach seiner Krönung gelobte Vajiralongkorn, "mit Rechtschaffenheit" zum Wohle des thailändischen Volkes zu herrschen. Den Thron hatte er allerdings schon im Dezember 2016 als Rama X. bestiegen, nachdem sein Vater, der langjährige und äußerst beliebte König Bhumibol Adulyadej, im Oktober 2016 im Alter von 88 Jahren gestorben war.

Bhumibols einziger Sohn Vajiralongkorn wurde am 28. Juli 1952 geboren, ging in Großbritannien und Australien zur Schule und durchlief eine Offizierslaufbahn beim thailändischen Militär. Seit seiner Kindheit wurde er für seine künftige Rolle ausgebildet. "Seit der ersten Sekunde meines Lebens bin ich ein Prinz. Es ist schwer zu sagen, was einen Fisch ausmacht, wenn man ein Fisch ist, einen Vogel, wenn man ein Vogel ist", sagte er 1979 dem Sender BBC in einem seiner äußerst seltenen Interviews.

Auch nach seiner Ernennung zum Thronfolger 1972 verbrachte Vajiralongkorn viel Zeit im Ausland, vor allem in Deutschland, wo er ein Anwesen am Starnberger See hat. Von Bayern aus fliegt er auch seine eigene Boeing 737, die 2011 wegen finanzieller Streitigkeiten zwischen der thailändischen Regierung und einer deutschen Baufirma kurzzeitig von der bayerischen Justiz gepfändet wurde.

Sein extravaganter und unkonventioneller Lebensstil ist in Thailand zwar bekannt, in den thailändischen Medien ist davon aber quasi nie die Rede. Im Ausland vielbeachtete Eskapaden wie Einkaufsbummel in wenig majestätischer Aufmachung sind zuhause kein Thema. Die thailändische Monarchie wird durch strenge Gesetze vor Kritik geschützt. Majestätsbeleidigung wird mit bis zu 15 Jahren Gefängnis bestraft.

Als Vajiralongkorns mutmaßlicher designierter Nachfolger gilt sein 14-jähriger Sohn Dipangkorn Rasmijoti aus seiner dritten Ehe. Aus früheren Beziehungen hat Vajiralongkorn noch sechs weitere Kinder - vier Söhne und zwei Töchter.

Mit Suthida ist er schon seit einigen Jahren zusammen. Sie arbeitete früher als Flugbegleiterin bei Thai Airways und begleitete den damaligen Kronprinzen dann als Leibwächterin. Am Tag seiner Thronbesteigung 2016 wurde sie zur Generalin ernannt.

Erst in den letzten Jahren vor dem Tod seines Vaters übernahm Vajiralongkorn mehr öffentliche Aufgaben. 2015 nahm er an zwei Fahrradrundfahrten durch Bangkok teil. Reden hat er bisher nur selten gehalten - anders als sein Vater, der regelmäßig in die Provinzen des Landes reiste und jährlich eine vielbeachtete Fernsehansprache hielt.

Nach dem Tod seines Vaters ließ sich Vajiralongkorn nicht sofort zum König ausrufen und bat um Zeit zum Trauern. Erst nach zwei Monaten bestieg er im Dezember 2016 den Thron.

Seither hat Maha Vajiralongkorn die Palastgeschäfte neu organisiert und auf sich selbst ausgerichtet: Er setzte bei einer Verfassungsreform neue Befugnisse für sich durch und ließ sich zum alleinigen Besitzer des royalen Milliardenvermögens erklären - Thailands Königsfamilie zählt zu den reichsten der Welt. Im Februar untersagte er seiner älteren Schwester, Prinzessin Ubolratana, bei der Parlamentswahl anzutreten.

Vajiralongkorn sei "viel direkter" in die thailändische Politik involviert als sein Vater, sagt die Thailand-Expertin Eugenie Merieau. König Bhumibol galt in dem politisch zerrissenen Land als integrative Figur und wurde von vielen Menschen tief verehrt. Vajiralongkorn dagegen ist den meisten Thailänder bisher ein Rätsel.

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(lukra/AFP)