Schweiz: Mehrere Skifahrer von Lawine verschüttet

In der Schweiz: Vier Menschen nach Lawine gerettet - Sucharbeiten gehen weiter

Unter blauem Himmel genießen Skifahrer die weiße Schneepracht in Crans Montana, als eine Lawine den Berg hinunterkracht. Vier Menschen wurden mittlerweile gerettet, einer schwebt in Lebensgefahr. Die Sucharbeiten dauern an.

Nach einem Lawinenabgang im Schweizer Ski-Ressort Crans-Montana haben Rettungskräfte vier Menschen gerettet. Die Suchaktion nach weiteren möglicherweise Verschütteten werde bis in die Nacht dauern, teilten die Behörden im Kanton Wallis mit. Eine gerettete Person schwebe in Lebensgefahr, die anderen hätten leichte Verletzungen davongetragen, sagte Polizeikommandant Christian Varone.

Nach der Lawine in der Nähe des Gletschers Plaine Morte waren fast 250 Rettungskräfte im Einsatz. Sie wurden von acht Hubschraubern und zwölf Spürhunden unterstützt. Die Lawine sei insgesamt 840 Meter lang gewesen, die Hälfte davon habe eine Piste verschüttet, gab Varone bekannt. Die oberste Priorität habe nun die Frage, ob noch weitere Menschen unter den Schneemassen begraben seien. Außerdem müsse sich um die Familien der Verletzten gekümmert werden.

Der Alarm ging nach Angaben der Bergbahnen am Dienstag um 14.23 Uhr ein. Bergretter waren am späten Nachmittag oberhalb des Skiorts mit Hubschraubern im Rettungseinsatz. Über die genaue Zahl der Vermissten konnten weder Polizei noch Bergbahnen zunächst Angaben machen. Im Dorf kursierten Gerüchte, dass etwa zehn Personen betroffen seien. Das Onlineportal „lenouvelliste.ch“ zitierte Bürgermeister Nicolas Féraud mit der Angabe, zehn bis zwölf Personen würden noch vermisst.

Der Lift zwischen dem Dorf und der Station Les Violettes wurde für den Skibetrieb geschlossen und war nur noch in Betrieb, um Retter nach oben zu bringen, wie eine Sprecherin der Bergbahnen sagte. Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschte bestes Wetter.

Das Unglück ereignete sich an den Hängen des knapp 3000 Meter hohen Berges Pointe de la Morte. Crans Montana liegt im Kanton Wallis im Südwesten der Schweiz. Betroffen war die Piste Kandahar, wie die Bergbahnen mitteilten. Zu der Piste heißt es auf der Webseite der Skiregion, dass sie zu einer „Skiroute schwere Klasse“ gehört. Das betroffene Pistenstück soll auf halber Höhe zwischen der Gondelstation Les Violettes und dem Gipfel liegen.

In Crans Montana soll am kommenden Wochenende das FIS Ski-Weltcuprennen stattfinden. In dem Ort wohnte jahrzehntelang der britische Schauspieler Roger Moore. Er starb 2017 in der Schweiz.

(cpas/dpa)
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