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Schüsse in Frankreich: Unbekannter schießt in Lyon auf orthodoxen Priester

Angriff in Lyon : Verdächtiger nach Schüssen auf orthodoxen Priester festgenommen

Ein orthodoxer Priester ist im französischen Lyon mit einer abgesägten Schrotflinte angegriffen und lebensgefährlich verletzt worden. Der Bereich wurde großräumig abgeriegelt. Die Hintergründe sind unklar, ein Verdächtiger wurde festgenommen.

Ein orthodoxer Priester ist in der französischen Stadt Lyon mit einer Schusswaffe angegriffen und verletzt worden. Der aus Griechenland stammende Priester sei dabei gewesen, "seine Kirche zu schließen", als er angegriffen wurde, sein Zustand sei ernst. Der Täter war zunächst flüchtig. Nach mehreren Stunden Suche meldete die Polizei dann die Festnahme eines Verdächtigen.

Auf den Priester sei mit einer abgesägten Schrotflinte geschossen worden, hieß es von der Polizei in Lyon. "Die Sicherheits- und Rettungskräfte sind vor Ort. Meiden Sie das Gebiet und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden", schrieb das französische Innenministerium auf Twitter. Ein Krisenstab wurde einberufen. In einem Tweet hat der EU-Ratschef Charles Michel den Angriff verurteilt. In Europa sei die Gewissensfreiheit für alle garantiert und müsse respektiert werden, Gewalt sei unerträglich und zu verurteilen, schrieb der Politiker.

Erst am Donnerstag waren in Nizza drei Menschen bei einem mutmaßlichen Terroranschlag in einer Kirche getötet worden. Der Messerangriff hatte weltweit Entsetzen ausgelöst. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die tödliche Attacke als "islamistischen Terroranschlag", die Antiterror-Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf.

Regierungschef Jean Castex rief die höchste Terror-Warnstufe für das Land aus. Staatschef Macron kündigte an, die Zahl der zum Schutz von Gotteshäusern und Schulen abgestellten Soldaten von 3000 auf 7000 zu erhöhen.

Wegen der erneuten Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen durch die Satirezeitung "Charlie Hebdo" hat sich die Stimmung in muslimisch geprägten Ländern zuletzt gegen Frankreich aufgeheizt. In Staaten wie Pakistan und Bangladesch gingen zuletzt tausende Menschen bei anti-französischen Protesten auf die Straße und verbrannten Macron-Bilder.

Macron hatte sich nach der Ermordung eines Geschichtslehrers vor zwei Wochen in Paris für das Zeigen der Karikaturen vor dem Hintergrund der Meinungsfreiheit ausgesprochen. Der Pädagoge Samuel Paty war von einem Attentäter enthauptet worden, weil er Karikaturen des Propheten Mohammed im Unterricht gezeigt hatte

Hier geht es zur Bilderstrecke: Polizei sichert Lyon mit Großaufgebot

(th/AFP/dpa)