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23-jährige Fotografin von fünf Männern missbraucht: Schon wieder Gruppenvergewaltigung in Indien

23-jährige Fotografin von fünf Männern missbraucht : Schon wieder Gruppenvergewaltigung in Indien

Eine erneute Gruppenvergewaltigung hat Wut und Entsetzen in Indien ausgelöst. In der Wirtschaftsmetropole Mumbai vergewaltigten fünf Männer eine Fotografin, die dort in Begleitung eines Kollegen Aufnahmen für eine Reportage machte, wie die Polizei am Freitag mitteilte.

Die 23-Jährige wurde mit inneren Verletzungen in einem Krankenhaus behandelt. Ein Verdächtiger wurde festgenommen. Wie die Polizei auf einer Pressekonferenz mitteilte, war die junge Fotografin zusammen mit einem Kollegen in einer ruhigen Gegend eines wohlhabenden Wohnbezirks im Zentrum des ehemaligen Bombay unterwegs, um im Auftrag einer Zeitschrift Fotos von alten Häusern zu machen. Die fünf Männer näherten sich den beiden und sagten zu ihnen, sie sollten nicht dort sein. Dann hätten sie den männlichen Begleiter mit einem Gürtel gefesselt, bevor sie die 23-Jährige vergewaltigten.

"Es ist ein beschämender und extrem verstörender Vorfall", sagte der Polizeibeamte Satyapal Singh. Von den fünf mutmaßlichen Angreifern wurde einer festgenommen, wie der indische Innenminister Sushilkumar Shinde sagte. Die Polizei konnte auch die vier anderen Verdächtigen identifizieren und fahndete nach ihnen. Sie veröffentlichte Phantombilder.

Nach Angaben der Ermittler konnte das Opfer die Vornamen von zwei der Verdächtigen nennen, weil diese sie während des Angriffs gesagt hätten. "Wir sind zu hundert Prozent sicher, diesen Fall zu lösen", sagte Singh. Seinen Angaben zufolge bildete die Polizei 20 Ermittlerteams, um den schnell Fall zu lösen. "Wir suchen nach allen Beweisen und wollen die höchstmögliche Bestrafung erreichen, was hoffentlich in einem beschleunigten Verfahren geschieht", sagte Singh.

Innere Verletzungen

Erste Untersuchungen deuteten laut Polizei darauf hin, dass die Frau bei dem Angriff vielfache innere Verletzungen erlitt. Das behandelnde Jaslok-Krankenhaus in Mumbai erklärte, der Zustand der Patientin sei stabil. Berichten zufolge handelte es sich bei der Fotografin um eine Praktikantin.

Journalisten in Mumbai kündigten für Freitag Demonstrationen an. Im Parlament in Neu Delhi löste der Vorfall wütende Reaktionen aus. Empörung wurde auch in Online-Netzwerken wie Twitter laut. Indiens Justizminister Kapil Sibal sagte, Sexualstraftaten müssten "auf das Entschiedenste" bestraft werden.

Der Vorfall in der modernen Weltstadt Mumbai, die im Vergleich etwa zur Hauptstadt Neu Delhi als relativ sicherer Ort für Frauen gilt, weckte Erinnerungen an eine brutale Gruppenvergewaltigung im Dezember. Damals missbrauchten mehrere Männer eine Studentin in einem Bus in Neu Delhi. Die Frau erlag zwei Wochen später ihren schweren Verletzungen. Den mutmaßlichen Tätern wird derzeit der Prozess gemacht.

Die Tat hatte in Indien eine Debatte über sexuelle Gewalt gegen Frauen ausgelöst. Die Regierung reagierte mit einer Verschärfung des Strafmaßes für Sexualdelikte bis hin zur Todesstrafe, wenn das Opfer stirbt. Seit dem Vorfall vom Dezember sorgten jedoch weiterere Missbrauchsfälle in Indien für Aufsehen. Kritiker sehen die hohe Zahl von Vergewaltigungen auf dem Subkontinent als Folge des negativen Frauenbilds, das in weiten Teilen der Gesellschaft vorherrscht.

(AFP)