Schlammlawinen in Kalifornien - mindestens 15 Tote

Nach heftigem Regen: Schlammlawinen in Kalifornien reißen Häuser mit sich

Erst waren es Waldbrände, nun ist es Wasser: Bei mehreren Schlammlawinen in Kalifornien sind mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. Zuvor waren heftige Regenschauer im Süden des US-Bundesstaats niedergegangen.

Dort hatten bis zur vergangenen Woche noch großflächige Wald- und Buschbrände gewütet. Dadurch ist der Boden in Hanglagen extrem instabil und von Erdrutschen bedroht. Die meisten der Toten wurden in der Stadt Montecito gefunden, rund 150 Kilometer nordwestlich von Los Angeles. Mehrere Gebäude wurden dort von Wasser und Geröll mitgerissen. Teilweise stand der Schlamm hüfthoch in den Straßen. Mehrere Menschen wurden am Mittwoch noch vermisst, wie der Sender KSBY berichtete. Die Retter befürchteten deshalb, dass die Zahl der Opfer noch steigen könne. Mindestens 25 Menschen wurden nach Angaben der Behörden verletzt.

Bilder zeigten Wohngegenden, die von dem Schlamm völlig verwüstet wurden. Auf Straßen türmten sich Geröll, Äste und Schutt. In der braunen Masse steckten Autos fest. Aus den Trümmern eines Hauses in Montecito retteten Helfer am Dienstag ein 14 Jahre altes Mädchen. Das zeigten Aufnahmen des Senders NBC. Die 14-Jährige war mehrere Stunden unter Schutt gefangen gewesen. Nachdem Suchhunde sie gefunden hatten, dauerte ihre Rettung laut NBC weitere sechs Stunden. "Ich dachte, ich sei tot", sagte sie, nachdem Feuerwehrleute sie befreit hatten. Die 14-Jährige wirkte sichtlich erschöpft, ihre Haare und ihre Kleidung waren völlig mit Dreck verkrustet.

Der Schlamm kam in der Nacht

Die Schlammlawinen überraschten die Menschen Augenzeugenberichten zufolge mitten in der Nacht. "Ich habe meine Frau geweckt und wir wussten einfach nicht, was wir tun sollten - wir waren einfach umgeben von Schlamm", sagte Ben Hyatt aus Montecito dem Sender ABC. "Ich bin gerannt und aufs Bett gesprungen - quasi in Sekunden stand der Schlamm in der Küche bis zu den Arbeitsplatten", fügte Geoff Gray, ein weiterer Anwohner, hinzu.

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In der Region hatte mehrere Wochen lang ein schwerer Buschbrand gewütet. Schätzungen zufolge zerstörte es eine Fläche von rund 114.000 Hektar. Es war das schwerste Feuer in der Geschichte des Bundesstaates und nicht der einzige Brand. Klimaexperten machten die extreme Trockenheit für die vielen Feuer verantwortlich. Für die Jahreszeit war es in der Küstenregion ungewöhnlich trocken.

Nach der monatelangen Dürre gingen dann seit Montagnacht heftige Regenfälle in vielen Teilen Kaliforniens nieder. Im Süden des Bundesstaats trafen sie auf die von den Flächenbränden verwüsteten Flächen. In Los Angeles fiel so viel Regen wie seit vielen Monaten nicht mehr.

Die bei Santa Barbara lebende Talk-Showmoderatorin Ellen DeGeneres postete auf Twitter eine Luftaufnahme von der überschwemmten Region:

"Dies ist kein Fluss. Das ist die Autobahn 101 in meiner Nachbarschaft", schrieb sie zu dem Foto von einer schlammbedeckten Straße.

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(oko)