Schimon Peres betet mit Papst Franziskus und Mahmud Abbas

#weprayforpeace : Papst empfängt Peres und Abbas zum Friedensgebet

Inmitten neuer Spannungen zwischen Israel und den Palästinensern hat Papst Franziskus die Präsidenten beider Seiten, Schimon Peres und Mahmud Abbas, am Sonntag zu einem Friedensgebet im Vatikan empfangen. Über Twitter rief Papst Franziskus mit dem Hashtag #weprayforpeace auch die Netzgemeinde zur Beteiligung auf.

Das israelische Staatsoberhaupt Schimon Peres wurde als erster vom Papst willkommen geheißen, gefolgt Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Bei der beispiellosen Begegnung auf einer Wiese ohne religiöse Symbole in den Vatikanischen Gärten wurden für Juden, Christen und Muslime nacheinander getrennte Gebete gesprochen. Auf Italienisch, Englisch, Hebräisch und Arabisch wurde bei dem Treffen Gott für die Schöpfung der Menschen gedankt, um Vergebung gebeten und für Frieden gebetet. Anschließend waren Ansprachen der beiden Präsidenten und des Papstes sowie ein gemeinsamer Handschlag der drei als Symbol des gemeinsamen Friedenswillens geplant. Darüber hinaus wollten sie als bleibendes Friedenszeichen einen Ölbaum pflanzen. Auf Einladung des Papstes nahm auch der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomäus I., an dem Treffen teil.

Franziskus hatte beide während einer Nahostreise Ende Mai in den Vatikan eingeladen. Nur wenige Wochen zuvor waren die jüngsten Bemühungen um einen Friedensvertrag zwischen beiden Seiten gescheitert. Inzwischen ist die Lage noch gespannter: Die lange verfeindeten palästinensischen Gruppen Fatah und Hamas haben eine Einheitsregierung gebildet, was auf scharfen Protest Israels trifft.

Der Vatikan betont, dass Franziskus keine politische Agenda mit dem Treffen mit Abbas und Peres verbinde, sondern mit dem Gebet lediglich den Friedenswillen beider Seiten neu beleben wolle. Dennoch wird dem Gebet hohe Symbolkraft zugesprochen.

Der Papst hatte sich mittags bereits im Kurznachrichtendienst Twitter geäußert. "Frieden ist ein Geschenk Gottes, aber auch wir müssen dafür Anstrengungen unternehmen", schrieb er.

Der Friede ist ein Geschenk Gottes, erfordert aber auch unseren Einsatz. Seien wir Menschen des Friedens - im Gebet und in der Tat!

"Das Gebet vermag alles. Nutzen wir es, um Frieden in den Nahen Osten und in die ganze Welt zu bringen", twitterte der Papst.

Das Gebet vermag alles. Nutzen wir es, um Frieden in den Nahen Osten und in die ganze Welt zu bringen. #weprayforpeace

Bei dem Treffen mit Peres und Abbas wollte Franziskus in den Vatikanischen Gärten jüdische, christliche und muslimische Gebete sprechen.

(ap)
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