Salisbury: Monate nach Skripal-Giftattentat mit Nowitschok Teile der Stadt gesperrt

Skripal-Giftattentat : Restaurant und Straßen in Salisbury gesperrt

Ein halbes Jahr nach dem Giftangriff mit Nervengas auf einen russischen Ex-Spion und dessen Tochter gibt es in Salisbury einen neuen Vorfall, der Erinnerungen weckt.

Nach einem „medizinischen Zwischenfall“ ist in der englischen Stadt Salisbury, in der der russische Ex-Spion Sergej Skripal und seine Tochter mit einem Nervengas vergiftet worden waren, am Sonntag ein Restaurant abgesperrt worden. Auch umliegende Straßen wurden gesperrt, wie die Polizei in Wiltshire am Abend mitteilte.

Betroffen seien eine Frau und ein Mann. Die Sperrungen seien als Vorsichtsmaßnahmen erfolgt. Die Patienten seien bei Bewusstsein und am Tatort behandelt worden, sagte eine Sprecherin des Rettungsdienstes der britischen Nachrichtenagentur Press Association (PA).

In Salisbury herrscht seit dem Fall Skripal erhöhte Wachsamkeit. Vater und Tochter Julia waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in der südenglischen Kleinstadt entdeckt worden. Sie mussten wochenlang intensiv behandelt werden und entkamen nur knapp dem Tod.

Vier Monate später kamen ein 45-jähriger Brite und seine 44-jährige Partnerin mit dem Gift in Berührung. Die Frau starb wenige Tage später, der Mann erblindete.

London macht den Kreml für das Attentat an den Skripals verantwortlich und präsentierte zwei Russen als Täter. Moskau bestreitet die Vorwürfe. Der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus.

(sbl/dpa/AFP)
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