Roofing: Zwei Russen klettern ohne Sicherung auf Shanghai Tower

Shanghai Tower: Russen klettern ohne Sicherung auf 632-Meter-Turm

Den meisten Zuschauern dürfte schon beim Anblick des Videos, das Vadim Makhorov und Vitali Raskalov aufgenommen haben, mulmig werden. Denn die beiden Russen sind ohne Sicherung auf einen Kran auf dem Shanghai Tower geklettert – und klatschen in mehr als 600 Metern Höhe miteinander ab.

Den meisten Zuschauern dürfte schon beim Anblick des Videos, das Vadim Makhorov und Vitali Raskalov aufgenommen haben, mulmig werden. Denn die beiden Russen sind ohne Sicherung auf einen Kran auf dem Shanghai Tower geklettert — und klatschen in mehr als 600 Metern Höhe miteinander ab.

Makhorov und Raskalov sind zwei der bekanntesten jungen Männer, die #roofing (vom Englischen "roof", Dach) zu einem Internettrend gemacht haben. Allerdings geht es nicht darum, auf Dächer von Bungalows oder zweistöckigen Einfamilienhäusern zu klettern, sondern auf möglichst hohen und möglichst außergewöhnlichen Gebäuden zu stehen. Besonders beliebt sind Wolkenkratzer.

So wie der Shanghai Tower. Dieser ist mit seinen 632 Metern nach dem Burj Khalifa in Dubai (828 Meter) das zweithöchste Gebäude der Welt. Makhorov und Raskalov besteigen die Türme immer illegal, denn Genehmigungen würden sie für ihre Aktionen, bei denen sie grundsätzlich auf Sicherheitsvorkehrungen verzichten, ohnehin nicht bekommen.

Aufstiege werden im Voraus geplant

So war es auch in Shanghai. "Wir planen die Aufstiege immer im Voraus", sagte Raskalov in einem Interview mit dem "Stern". "Wir finden heraus, wo die Überwachungskameras sind. Und wenn wir in Baustellen-Gebäude gehen müssen wir vorher herausfinden, wo die Treppen dort sind und ob sie begehbar sind."

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Dann beginnt der Aufstieg, der mehrere Stunden dauern kann. In Shanghai kletterten sie nachts über die Absperrungen, marschierten die Treppen des Gebäudes hoch, bis sie am frühen Morgen oben angekommen waren. Zwischendurch pausieren sie kurz, lassen ihre Beine über dem Abgrund baumeln, balancieren auf der Brüstung, während es neben ihnen hunderte Meter in die Tiefe geht.

Doch damit nicht genug. In Shanghai wagen sie sich nicht nur bis zur Spitze des Turms, sondern auch auf den Kran, der auf dem Gebäude steht. Sie halten sich an dem Gitter und der roten Stahlkonstruktion fest, gesichert sind sie nicht — und auch an der Spitze des Krans, mehr als 600 Meter über den Straßen des Stadtteils Pudong, fürchten sich die beiden nicht vor einem Absturz, genießen die Aussicht und klatschen sich ab.

Seit 2009, als sie sich bei einer Kletteraktion in St. Petersburg kennengelernt hatten, reisen die Freunde um die Welt. In Russland saß Raskalov bereits mehrere Mal im Gefängnis, da er nicht vorsichtig genug war und von Polizisten festgenommen wurde. In Paris stiegen sie auf den Eiffelturm, in Köln auf den Dom.

Gefilmt haben sie ihre Klettertour auf den Shanghai Tower mit Helmkameras. Anschließend haben sie eine etwas mehr als fünf Minuten lange Version bei YouTube hochgeladen, die binnen weniger Tage mehr als 27 Millionen Mal angeklickt worden ist. Auch auf ihren Facebook-Profilen veröffentlichen Makhorov und Raskalov immer wieder spektakuläre Bilder von ihren Aktionen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Russen klettern auf Shanghai Tower

(spol)
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