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Videos dokumentieren angeblich Blutbad: Richten Rebellen Assad-Anhänger hin?

Videos dokumentieren angeblich Blutbad : Richten Rebellen Assad-Anhänger hin?

Die Gewalt in Syrien nimmt offenbar auch vonseiten der Rebellen immer brutalere Formen an: Ein im Internet veröffentlichtes Video zeigte am Mittwochabend, wie allem Anschein nach ein Mitglied der Regierungstreuen Miliz Schabiha im Stile einer Hinrichtung von Aufständischen erschossen wird.

Die syrischen Streitkräfte setzten im Kampf um Aleppo unterdessen verstärkt Militärjets ein. Eine Abstimmung der UN-Vollversammlung über einen symbolischen Resolutionsentwurf, in dem Präsident Baschar Assad zum Rücktritt aufgefordert wird, wurde unterdessen auf Freitag verschoben.

Echtheit nicht bestätigt

Die Echtheit der im Internet aufgetauchten Video-Aufnahmen konnte nicht unabhängig überprüft werden. Dennoch könnte der Vorfall die Widerstandsbewegung gegen Assad, die sich in einem moralisch gerechtfertigten Kampf gegen ein autoritäres Regime sieht, in Erklärungsnot bringen. Der Aufstand in Syrien begann im März 2011 zunächst mit friedlichen Demonstrationen, die mit zunehmender Gewalt von Assad-Truppen angegriffen wurden.

Der von arabischen Ländern initiierte Resolutionsentwurf sieht eine Machtübergabe an eine Übergangsregierung vor. In dem Papier werden die syrischen Streitkräfte zudem zu einer Einstellung von Bombardements und Hubschrauberangriffen und zum Rückzug in ihre Kasernen aufgefordert. Zugleich wird das "Versagen des UN-Sicherheitsrats" bedauert - indirekt werden damit China und Russland kritisiert, die in drei Fällen mit ihrem Veto gegen Resolutionen Sanktionen gegen Damaskus verhinderten.

Ausdruck der Frustration

Der von Saudi-Arabien ausgearbeitete Resolutionsentwurf gilt als Versuch, die Blockade im UN-Sicherheitsrat zu umgehen. Gleichzeitig sei die Sitzung der UN-Vollversammlung zum Syrien-Konflikt auch ein Ausdruck der Frustration über die Ereignisse in dem Land und die Unfähigkeit der internationalen Gemeinschaft, ein Ende der Gewalt herbeizuführen, sagte der Sprecher von UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon, Martin Nesirky.

Die aus 193 Mitgliedsstaaten bestehende UN-Vollversammlung kann eine Resolution rechtlich gesehen nicht durchsetzen. Die Verabschiedung einer Syrien-Resolution hätte lediglich symbolischen Charakter. Die Abstimmung war ursprünglich für den (heutigen)
Donnerstag vorgesehen.

"Massiver Einsatz von schweren Waffen"

Im Land selbst griff der Bürgerkrieg immer stärker auf die Wirtschaftsmetropole Aleppo über. "Gestern haben unsere Beobachter zum ersten Mal Schüsse aus einem Kampfflugzeug beobachtet", sagte am Mittwoch die Sprecherin der UN-Mission in Syrien, Sausan Ghosheh.

Sie beschrieb den "massiven Einsatz von schweren Waffen, darunter Panzer, Hubschrauber, Maschinengewehren, ebenso wie Artillerie" und machte ihre Besorgnis über die Lage in der nordsyrischen Stadt deutlich. Auch die Opposition verfüge über schwere Waffen, darunter Panzer, berichtete sie.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Schwere Gefechte in der syrischen Stadt Aleppo

(APD)