Rapper A$AP Rocky plädiert bei Prozess in Schweden auf

Nach Prügelei mit 19-Jährigem : Rapper A$AP Rocky plädiert bei Prozess in Schweden auf Notwehr

Dem amerikanischen Rapper wird vorgeworfen, gemeinsam mit zwei anderen auf einen 19-Jährigen eingeschlagen zu haben. Zum Prozessauftakt gibt der Musiker an, aus Notwehr gehandelt zu haben.

Der US-Rapper A$AP Rocky hat in einem Gerichtsprozess wegen mutmaßlicher Körperverletzung in Schweden jegliche Schuld von sich gewiesen. Er habe am 30. Juni bei einer Prügelei auf einer Straße in Stockholm aus Notwehr gehandelt, sagte der 30-Jährige am Dienstag. Er erschien in Jogginghosen und grünem T-Shirt vor Gericht. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Musiker, der mit bürgerlichem Namen Rakim Mayers heißt, bis zu zwei Jahre Gefängnis.

Der Prozess fand aufgrund des großen medialen und öffentlichen Interesses in einem gesicherten Gerichtsraum statt. Das Stockholmer Bezirksgericht untersagte Foto- und Videoaufnahmen und setzte zwei weitere Verhandlungstage an. Am Donnerstag sollen Zeugen aussagen. Das mutmaßliche Opfer Mustafa J. fordert 139.700 Schwedische Kronen (etwa 13 200 Euro) als Entschädigung.

Zum Auftakt präsentierten Staatsanwaltschaft und Verteidigung unterschiedliche Versionen von dem Geschehen vor einem Monat. Die Staatsanwälte legten Aufnahmen aus Überwachungskameras und andere Videos vor, die A$AP Rocky dabei zeigen, wie er einen jungen Mann zu Boden wirft. Den insgesamt drei Angeklagten warfen sie einen vorsätzlichen und abgestimmten Angriff auf den 19-Jährigen in der Innenstadt von Stockholm vor.

In mehr als 500 Seiten Gerichtsunterlagen beschuldigt die Staatsanwaltschaft die drei Verdächtigen, J. geschlagen und getreten zu haben, während er auf dem Boden gelegen habe. J. sei auch von einer Flasche oder Flaschenteilen getroffen worden. In den Unterlagen waren zahlreiche Fotos von Schnittverletzungen, Prellungen und blutiger Kleidung von J. zu sehen.

Er werde zeigen, dass „keine Flasche“ zur Verletzung einer Person eingesetzt worden sei, erklärte wiederum der Anwalt des Rappers, Martin Persson. Er werde dem Gericht neue Beweise vorlegen und bewiesen, dass die angewandte Gewalt noch im Rahmen des Gesetzes gewesen sei, erklärte er im Sender SVT. Auf dem Instagram-Account des Musikers wurden Videos von dem Zwischenfall veröffentlicht, auf denen er J. und dessen Bekannten mehrfach bittet, ihm und seinen Leuten nicht weiter nachzulaufen.

Auch A$AP Rockys Mutter nahm an der Verhandlung teil. „Das ist ein Alptraum“, wurde sie bei der Prozessunterbrechung am Mittag von schwedischen Medien zitiert. Sie sagte, sie sei von der Unschuld ihres Sohnes überzeugt. In den USA hat der Fall besondere Aufmerksamkeit bekommen. Präsident Donald Trump hat die Freilassung des Rappers verlangt und Schweden via Twitter aufgefordert, US-Bürger „fair“ zu behandeln. Trump kritisierte auch Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven. „Wir machen so viel für Schweden, aber es scheint nicht andersherum zu funktionieren“, sagte er. Auch US-Prominente wie Kim Kardashian West, Sean „Diddy“ Combs und Justin Bieber haben sich auf A$AP Rockys Seite gestellt.

(mro/dpa)
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