Niederlande: Vier Verdächtige festgenommen: Polizei sucht nach Nervengas Sarin

Niederlande: Vier Verdächtige festgenommen : Polizei sucht nach Nervengas Sarin

Sucheinsatz in den Niederlanden: Die Polizei sucht seit dem Wochenende ein Versteck mit dem Nervengift Sarin. Die Ermittler hatten einen Hinweis auf einen möglichen Handel mit dem Gas bekommen; der Stoff ist bereits in geringen Dosen tödlich. Vier Verdächtige wurden festgenommen.

Die niederländische Polizei sucht seit dem Wochenende mit Hilfe von Chemiewaffenexperten in der Nähe von Maastricht nach einem Versteck mit dem Giftgas Sarin. Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte, gruben Polizisten seit Samstag in einem in der Umgebung des Dorfes Amby gelegenen Waldstück eine etwa 400 Quadratmeter große Fläche um und durchkämmten das Gebiet mit spezieller Röntgenausrüstung.

Doch fanden sie zunächst nichts. Die Ermittler hatten demnach einen Hinweis über einen möglichen Handel mit dem Nervengas erhalten. Sie nahmen bisher vier Verdächtige fest.

Ein Mann und eine Frau wurden laut der Sprecherin am Samstag in dem Waldstück festgenommen. Sie stehen im Verdacht, nach dem Sarin gegraben zu haben. Nach Angaben der niederländischen Nachrichtenagentur ANP schließen die Ermittler einen terroristischen Hintergrund aus.

Maastrichts Bürgermeister Onno Hoes sagte, es bestehe keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit. Die vier Verdächtigen im Alter zwischen 21 und 52 Jahren sollen am Dienstag einem örtlichen Richter vorgeführt werden.

Sarin wurde im Jahr 1939 von deutschen Forschern entwickelt, kam im Zweiten Weltkrieg aber nicht zum Einsatz. Das Nervengift führt bereits bei der Aufnahme geringer Mengen über die Haut oder die Atemwege zur vollständigen Lähmung und dann zum Tod. Gegenmittel wirken nur bei sofortiger Verabreichung. Die irakische Luftwaffe warf im März 1988 unter anderem mit Sarin gefüllte Bomben auf das von kurdischen Kämpfern kontrollierte Dorf Halabdscha ab und tötete etwa 5000 Menschen. Die japanische Aum-Sekte setzte das Gift bei ihrem Anschlag auf die U-Bahn von Tokio im Jahr 1995 ein, bei dem 13 Menschen getötet und mehr als 6000 weitere verletzt wurden.

(AFP/csi)
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