Platinmine in Südafrika Polizei schießt auf Minenarbeiter

Johannesburg · Bei Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und streikenden Arbeitern einer südafrikanischen Platinmine sind am Donnerstag mehr als 30 Menschen getötet worden. Zudem seien zahlreiche Menschen verletzt worden, sagte Polizeiminister Nathi Mthethwa am Freitag im Radio.

 Polizisten beim Einsatz in Platinmine.

Polizisten beim Einsatz in Platinmine.

Foto: afp, STEPHANE DE SAKUTIN

Die Polizei eröffnete nach eigenen Angaben "in legitimer Selbstverteidigung" das Feuer auf eine Gruppe von Arbeitern, als diese sie mit Schusswaffen angriffen.

Vertreter der Gewerkschaften gaben die Zahl der Toten mit 36 an. "Wir sind bestürzt über diese Toten", sagte der Generalsekretär der landesweiten Bergarbeitergewerkschaft NUM, Frans Baleni, im Radio. Die NUM liegt in der Platinmine von Marikana nahe der nordwestlichen Stadt Rustenberg im Streit mit der kleineren Gewerkschaft AMCU, die mit dem illegalen Streik eine deutliche Erhöhung der Löhne erreichen will.

Polizeisprecher Dennis Adriao sagte, die streikenden Arbeiter hätten ein Ultimatum des Bergwerkbetreibers, der ihnen im Falle der Fortsetzung des Streiks mit Entlassung drohte, zurückgewiesen und sich geweigert, auseinanderzugehen. Die mit Macheten, Eisenstangen und Schusswaffen bewaffneten Arbeiter hätten die Polizei angegriffen, der daher keine Wahl geblieben sei, als selbst das Feuer zu eröffnen, sagte Adriao.

Polizeiminister Mthethwa sagte im Radio, die mit Schusswaffen bewaffnete Menge sei auf die Polizei vorgerückt, als diese einen Absperrung mit Stacheldraht errichtete. Für Streiks, Märsche und Demonstrationen gebe es Gesetze, sagte Mthethwa. Illegale Streiks wie dieser führten zu einer "schrecklichen Situation für alle in der Gemeinde". Mthethwa wies darauf hin, dass die Polizei über drei Tage mit den Streikenden verhandelt habe.

Örtliche Medien sprachen am Freitag vom "Marikana Massaker". In dem Konflikt, in dem sich die Anhänger zweier rivalisierender Gewerkschaften sowie streikende Arbeiter und die Polizei gegenüberstehen, hatte es bereits Anfang der Woche zehn Tote gegeben. Auslöser des Konflikts war der Streit zwischen der NUM und der kleineren AMCU um den Streik, mit dem die Mitglieder der Splittergewerkschaft ein Verdreifachung ihres Lohns erreichen wollten.

(AFP)