Pokémon Go: Museum Auschwitz fordert Verbot auf Ex-Lagergelände

Monster vor Gedenktafeln: Museum Auschwitz fordert "Pokémon Go"-Sperre auf Gelände

Die Gedenkstätte Auschwitz hat die Macher von "Pokémon Go" dazu aufgefordert, das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers aus dem Spiel zu entfernen. Damit hat das Museum auf Bilder der virtuellen Monster vor historischen Gedenktafeln reagiert, die online kursierten.

Das sagte Museumssprecher Bartosz Bartyzel am Donnerstag. "Wir gehen davon aus, dass die Bilder echt sind und es möglich ist, das Spiel auf dem Gelände des Museums Auschwitz-Birkenau zu spielen", sagte er. Die Spielehersteller hätten bereits reagiert, man sei in Kontakt, hieß es. Zum Stand der Gespräche wollte das Museum zunächst keine Angaben machen.

Auf Twitter waren einige Bilder des Spiels im ehemaligen Konzentrationslager aufgetaucht, über die sich viele empörten.

Wow, I just caught a Koffing at the Auschwitz Pokestop! #PokemonGo pic.twitter.com/YNng18OlEf

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— entropy disliker (@mylittlepwnies3) 12. Juli 2016Die App von Nintendo und Niantic Labs ist in Polen noch nicht offiziell eingeführt worden. Das Spiel, das auf realen Geo-Daten basiert und meist im Freien gespielt wird, löste trotzdem bereits einen Hype aus. Dem Personal der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau fielen bislang nach eigenen Angaben jedoch keine Besucher auf, die mit dem Smartphone Monster gejagt hätten.

Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau war das größte deutsche Vernichtungslager in der Zeit des Nationalsozialismus. Dort wurden mehr als eine Millionen Menschen ermordet, zumeist Juden.

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(dpa/isw)