Anklage nach tödlichen Polizeischuss fallengelassen Gruppen von Jugendlichen plündern Läden in Philadelphia nach Gerichtsurteil

Philadelphia · Vermummte Gruppen machen sich am Abend zu einem gemeinsamen Beutezug durch Philadelphias Stadtzentrum auf: Sie suchen teure Handys oder Schuhe. Zuvor hatte ein Gerichtsurteil über einen tödlichen Polizeieinsatz Wut in der US-Stadt ausgelöst.

Police Officer Mark Dial.

Police Officer Mark Dial.

Foto: AP/Alejandro A. Alvarez

In der US-Stadt Philadelphia sind am Dienstagabend (Ortszeit) diverse Läden geplündert worden. Gruppen von Jugendlichen seien am Abend nach Ladenschluss durchs Zentrum gezogen, hätten dort in den Geschäften gestohlen und Schäden hinterlassen, berichteten örtliche US-Medien mit Verweis auf die Polizei der Ostküsten-Metropole.

Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot aus, machte nach eigenen Angaben 15 bis 20 Festnahmen und stellte mindestens zwei Schusswaffen sicher. Auf Videos im Internet war zu sehen, wie die Einsatzkräfte versuchten, aus den Läden rennende Menschen festzusetzen, während andere - teils maskierte - Beteiligte flüchten konnten. Ziel der Plünderungen waren demnach Filialen des Mobilgeräteherstellers Apple oder der Bekleidungsketten Footlocker und Lululemon.

Laut dem Sender Fox 29 News zeigten Aufnahmen zertrümmerte Geräte, die zurückgelassen wurden - vermutlich nachdem eine Anti-Diebstahl-Technik sie für die Täter unattraktiv gemacht hatte. In einem Geschäft seien laut Videoaufnahmen mehr als 100 Jugendliche gewesen, sagte ein Polizeibeamter dem Sender NBC Philadelphia. Laut Fox 29 News gab es auch im Norden der Stadt Plünderungen bei Einzelhandelsfilialen.

Die örtlichen Medien wiesen auf den Gerichtsentscheid zu einem tödlichen Polizeieinsatz hin, der dem Beutezug in Philadelphia vorangegangen war. Am Dienstag war eine Anklage unter anderem wegen Totschlags gegen einen suspendierten Polizisten fallengelassen worden. Er hatte Mitte August bei einer Verkehrskontrolle einen 27-Jährigen in seinem Auto erschossen.

Angehörige des Toten zeigten sich schockiert nach dem Richterspruch, sprachen von „Mord“. Der Fall hatte zu neuen Diskussionen über unverhältnismäßige Polizeigewalt geführt.

(ldi/dpa)