1. Panorama
  2. Ausland

Peter Madsen: U-Boot-Mörder aus Dänemark wollte fliehen und wird erneut verurteilt

Zusätzlich zu lebenslanger Haft : Dänischer U-Boot-Mörder Madsen wegen Fluchtversuchs verurteilt

Der Mord an einer Journalistin ist in Dänemark und Schweden unvergessen. Nach seinem gescheiterten Fluchtversuch wird Peter Madsen nun erneut verurteilt.

Der als dänischer U-Boot-Mörder bekannt gewordene Erfinder Peter Madsen ist wegen seines Fluchtversuchs im Herbst aus einem Gefängnis bei Kopenhagen zu einem Jahr und neun Monaten Haft verurteilt worden. Das Urteil vom Dienstag wird nicht zu seiner lebenslangen Haftstrafe hinzugezählt. Es könnte aber Auswirkungen haben, sollte Madsen in Zukunft einen Antrag auf Bewährung stellen. Der 50-Jährige akzeptierte das Urteil. Vor der Verkündung sagte er dem Stadtgericht von Glostrup nach einem Bericht der Zeitung „Ekstra Bladet“, er habe wegen schlechter Haftbedingungen fliehen wollen.

Madsen ist einer der berüchtigtsten Straftäter Dänemarks. Er wurde etwa fünf Minuten nach seinem Ausbruch am 20. Oktober gefangen genommen, er kam nur rund 500 Meter weit. Ihm folgendes Gefängnispersonal hatte gesehen, wie er in einen vorbeifahrenden weißen Van sprang und informierte die Polizei.

Um aus dem Gefängnis zu kommen, verwendete Madsen Attrappen einer Handfeuerwaffe und mehrerer Sprengsätze. Sein Plan sei gewesen, so sagte er vor Gericht, Autos zu rauben, die Handys der Besitzer zu entwenden und nach Süden bis nach Deutschland zu fahren.

2018 hatte ein Kopenhagener Gericht Madsen zu lebenslanger Haft verurteilt, was in Dänemark für gewöhnlich 16 Jahre Gefängnis bedeutet. Es sah es als erwiesen an, dass Madsen ein Jahr vorher die 30 Jahre alte schwedische Journalistin Kim Wall unter der Zusage eines Interviews auf sein selbstgebautes U-Boot lockte, tötete, ihre Leiche zerstückelte und sie ins Meer warf.

Madsen hat zurückgewiesen, Wall getötet zu haben. Sie sei versehentlich im Innern des U-Boots gestorben. Er gab allerdings zu, ihre Leichenteile ins Meer geworfen zu haben. Wall wollte Madsen wegen seines Jahre vorher gegründeten Raketenprogramms interviewen, das ihn über Spendeneinnahmen ins All bringen sollte. Als er auf ihre Anfrage reagierte, war ihm das Geld bereits ausgegangen und er hatte sein Vorhaben abgesagt.

(mba/dpa)