Öl-Verschmutzung in Amazonas-Region: Peru erklärt den Umweltnotstand

Öl-Verschmutzung in Amazonas-Region : Peru erklärt den Umweltnotstand

Die peruanische Regierung hat in einem Ölfördergebiet in einer Amazonasregion wegen massiver Verschmutzung den Umweltnotstand erklärt. Der Betreiber der Ölfelder, Pluspetrol, muss nun in den nächsten 90 Tagen umgehend Maßnahmen einleiten, die die örtliche Bevölkerung vor einer Kontaminierung schützen.

Ureinwohner in dem Gebiet am Fluss Pastaza nahe der ecuadorianischen Grenze haben sich seit vielen Jahren über das Versagen mehrerer Regierungen in Lima beschwert, das Problem der Umweltverschmutzung mit Blei, Barium, Chrom und anderen gefährlichen Stoffen bei der Ölförderung anzugehen. In der Region leben überwiegend Quichua und Ashuar.

Der Führer der Qichua-Vereinigung von Pastaza, Sixto Shapiama, begrüßte den Umweltnotstand "als große Errungenschaft, weil viele Jahre und Jahrzehnte hat die Regierung nie die Realität sehen wollen." Seit Jahrzehnten gebe es Ölverschmutzungen, sagte Shapiama in Iquitos. Der Grund des Flusses sei "völlig kontaminiert".

Die Ölfelder werden seit zwölf Jahren von Pluspetrol betrieben, dem größten Öl- und Gasförderer in Peru. Pluspetrol sei zur Beseitigung der Kontaminierung verpflichtet, sagte Pulgar-Vidal. Die Regierung wies aber auch darauf hin, dass der vorige Betreiber, Occidental Petroleum, nicht angemessen auf die Umweltgefährdung reagiert habe. Seit 1971 wird in der Region Öl gefördert, Pluspetrol übernahm die Förderung 2001.

Im Januar wurde von Lima eine Strafe von umgerechnet 8,5 Millionen Euro gegen Pluspetrol verhängt. "Wir wissen, dass es ein schlechtes Umweltverhalten des Unternehmens gegeben hat", sagte Pulgar-Vidal in einem Radiointerview.

Die Behörden haben eingeräumt, dass in Peru gegen Umweltverschmutzung unter anderem deswegen nie hart durchgegriffen wurde, weil es lange keine Umweltstandards gegeben habe. Bis 2008 gab es in Peru kein Umweltministerium. Am Montag wurden erstmals Standards für Umweltqualität und Grenzwerte für die Belastung des Bodens mit Schadstoffen veröffentlicht.

(ap/jre)
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