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Papst Franziskus erntete neuen Widerspruch mit Klaps-Thesen

"Schlagen in Würde" : Geistliche widersprechen Papst Franziskus

Papst Franziskus hat mit seiner Äußerung zum Schlagen von Kindern weiteren Widerspruch erhalten. Der Würzburger katholische Bischof Friedhelm Hofmann sprach am Sonntag von einem "Fauxpas".

Ein "Schlagen in Würde" gebe es nicht, deswegen dürften Kinder nicht mit Prügeln bestraft werden, erklärte er beim "Sonntags-Stammtisch" im Bayerischen Fernsehen.

Der Bischof fügte hinzu, er müsse den Papst aber auch gegen eine überzogene Interpretation dieser Äußerung "etwas verteidigen". Franziskus habe in seiner Ansprache am vergangenen Mittwoch von der Notwendigkeit gesprochen, in der Erziehung Grenzen ziehen zu müssen, und dazu in Abweichung von seinem Redemanuskript eine Anekdote aus seiner argentinischen Heimat erzählt. Im Umgang mit diesem Thema seien die Erfahrungen in Südamerika "andere als bei uns". Franziskus sei eindeutig gegen Gewalt.

Die frühere evangelische Bischöfin Margot Käßmann schrieb in der "Bild am Sonntag", der Papst irre, wenn er glaube, dass es eine "würdige Züchtigung" gebe. "Eltern verlieren ihre eigene Würde, wenn sie ihre Überforderung gegen das Kind wenden", erklärte sie. "Gerade mit dem Gefälle zwischen Erwachsenen und Kindern ist der Klaps eine enorme Demütigung." Kinder könnten sich nicht wehren; sie seien ausgeliefert.

Auch der renommierte dänische Familientherapeut Jesper Juul erklärte in der Zeitung: "Sie können ein Kind nicht schlagen, ohne seine Würde zu verletzen." Dabei spiele es keine Rolle, wohin man ein Kind schlage. Wer in der Erziehung Gewalt anwende, signalisiere damit, dass es in Ordnung sei, die Unversehrtheit anderer zu verletzen, wenn sie "unsere Autorität in Frage stellen". Mit einem solchen Signal werde ein Tor zur Gewalt aufgestoßen.

(KNA)