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Papst Franziskus bangt um das Leben seines Neffen

Schwerer Unfall in Argentinien : Der Papst bangt um das Leben seines Neffen

Der bei einem Verkehrsunfall schwer verletzte Neffe des Papstes ist weiter in einem kritischen Zustand. Emanuel Bergoglio befindet sich nach Angaben der Klinik im künstlichen Koma und wird beatmet. Seine drei engsten Angehörigen kamen bei dem Unfall ums Leben.

Bergoglio liegt derzeit im Krankenhaus der zentralargentinischen Stadt Villa Maria. Wegen einer erneuten Blutung im Bauchraum habe er nochmals operiert werden müssen. Heilungsaussichten ließen sich erst nach 48 Stunden genauer abschätzen. Von einer Verlegung in eine andere Klinik rieten die Ärzte mit Blick auf die Schwere der Verletzungen ab.

Bergoglios Wagen war in der Nacht zu Dienstag in der Provinz Cordoba rund 580 Kilometer westlich der Hauptstadt Buenos Aires aus bisher ungeklärter Ursache auf einen Lastwagen aufgefahren. Emanuel Bergoglios Ehefrau Valeria Carmona und die beiden Kinder Jose (2) und Antonio (8 Monate) starben. Sie wurden unterdessen nach Buenos Aires überführt. Die Familie befand sich offenbar auf dem Rückweg von einem verlängerten Wochenende in den Bergen, als der Unfall geschah.

Die argentinische Regierung von Präsidentin Cristina Kirchner sprach Papst Franziskus ihr Beileid aus. Argentinien sei tief bewegt und wünsche dem Papst und seiner Familie die nötige Kraft, diese schwierige Situation zu überstehen, hieß es in einer vom Außenministerium am Dienstagabend verbreiteten Botschaft. Auch die Regierungen Nicaraguas und El Salvadors übermittelten laut Medienberichten Beileidsbekundungen.

Vatikansprecher Federico Lombardi hatte am Dienstag mitgeteilt, der Papst empfinde tiefen Schmerz und bitte die Gläubigen, sich mit ihm im Gebet zu vereinen. Emanuel Bergoglio arbeitet als Psychiater bei der Polizei und ist der Sohn des 2010 verstorbenen Papstbruders Alberto Bergoglio. Von den vier Geschwistern Jorge Bergoglios, des heutigen Kirchenoberhaupts, lebt nur noch seine 66-jährige Schwester Maria Elena.

(KNA)