Papst-Attentäter Mehmet Ali Agca aus Italien ausgewiesen

Nach Besuch am Grab von Papst Johannes Paul II.: Papst-Attentäter Agca aus Italien ausgewiesen

Zwei Tage nach seinem überraschenden Besuch am Grab von Johannes Paul II. ist der türkische Papst-Attentäter Mehmet Ali Agca aus Italien ausgewiesen worden. Agca sollte sofort ausreisen, nachdem ein Richter einen Antrag abgelehnt hatte, den 53-jährigen ehemaligen Rechtsextremisten in Zusammenhang mit einem anderen ungelösten Fall aus dem Jahr 1983 zu vernehmen.

Agca hatte mehr als 33 Jahre nach seinem Anschlag auf Johannes Paul II. Blumen auf dessen Grab niedergelegt. Er hatte die Vatikan-Polizei um Erlaubnis gebeten. Später aber stellte sich heraus, dass er ohne gültiges Visum eingereist war. Mit seinem Besuch erinnerte das ehemalige Mitglied der rechtsradikalen türkischen Grauen Wölfe an den 27. Dezember 1983, als ihn der polnische Papst im Gefängnis aufgesucht und ihm verziehen hatte.

Agca hatte im Mai 1981 während einer Audienz auf dem Petersplatz auf Johannes Paul II. geschossen und diesen lebensgefährlich verletzt. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt und saß fast drei Jahrzehnte in Italien und anschließend - wegen anderer Verbrechen - in der Türkei in Haft. Anfang 2010 kam er endgültig frei. Die Hintergründe des Attentats auf den polnischen Papst sind bis heute ungeklärt: Agca hatte zunächst angegeben, allein gehandelt zu haben, später aber erklärte er, im Auftrag der bulgarischen und sowjetischen Geheimdienste gehandelt zu haben.

  • Fotos : Papst-Attentäter Agca aus der Haft entlassen

Der nach eigenen Angaben inzwischen zum strenggläubigen Katholiken gewandelte ehemalige Rechtsextremist wollte während seines Besuchs im Vatikan auch mit dem jetzigen Papst Franziskus sprechen. Sein Gesuch wurde von Vertretern des Vatikan höflich abgewiesen - wobei sie zu verstehen gaben, dass sie Agca als jemanden einstufen, der auf öffentlichkeitswirksame Auftritte aus ist.

(AFP)
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