Pakistan: Unbekannte Bewaffnete erschießen 14 Buspassagiere

Unruheprovinz in Pakistan : Bewaffnete erschießen 14 Buspassagiere

Bewaffnete Männer haben in der pakistanischen Provinz Baluchistan 14 Buspassagiere erschossen. Zuvor sollen sie mehrere Busse gestoppt und die Menschen zum Aussteigen gezwungen haben. Sie sollen Uniformen einer paramilitärischer Gruppe getragen haben.

Bewaffnete haben im Südwesten Pakistans einen Bus überfallen und 14 Passagiere getötet. Sie hätten den Bus am Donnerstag vor dem Morgengrauen angehalten, die Insassen zum Aussteigen gezwungen, ihre Ausweise überprüft und 14 getötet, teilte der Beamte Jehangir Dashti mit. Eine neue Separatistengruppe namens Baloch Raji Aajoi Sangar reklamierte die Tötungen für sich. Premierminister Imran Khan verurteilte den Angriff in der Provinz Belutschistan als Terrorakt.

Die pakistanische Marine teilte mit, Matrosen und Offiziere aus ihren Reihen seien unter den Getöteten. Einer war ein Mitglied der Küstenwache. Aus Geheimdienstkreisen verlautete, neun Marinebedienstete seien getötet worden.

Belutschische Separatisten in der Region greifen häufig Sicherheitsleute und Menschen aus Punjab an. Viele Punjabis arbeiten für das Militär in Belutschistan, gegen das die Separatisten kämpfen. Diese fordern eine gerechtere Verteilung der Ressourcen der ölreichen Provinz.

Ob es sich bei allen Getöteten um Punjabis gehandelt habe, konnte Dashti nicht bestätigen. An dem Angriff seien „Dutzende Bewaffnete“ beteiligt gewesen. Insgesamt waren etwa drei Dutzend Menschen in dem Bus auf dem Weg in die Hafenstadt Gawadar.

Sicherheitskräfte aus einer nahe gelegenen Stadt erreichten den Tatort, etwa 600 Kilometer von der Provinzhauptstadt Quetta entfernt. Khan forderte die Behörden auf, jede mögliche Anstrengung zu unternehmen, um die Täter der „barbarischen Tat“ zur Rechenschaft zu ziehen.

Informationsminister Fawad Chaudhry sagte, Pakistan habe im Kampf gegen Terror große Opfer gebracht. Der Kampf halte jedoch an. Auch andere militante Gruppen sind in der Provinz tätig. Am Freitag vergangener Woche tötete ein Selbstmordattentäter auf einem Markt in Quetta 20 Menschen. Die Terrormiliz Islamischer Staat bekannte sich zu der Tat.

(lhen/AFP)
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