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Ostküste der USA stellt sich auf schweren Schneesturm ein

Tausende Flüge gestrichen : US-Ostküste stellt sich auf schweren Wintersturm ein

Der US-Ostküste steht ein schwerer Wintersturm bevor. Tausende Flüge wurden gestrichen. Das Wetteramt rät den Menschen dazu, ihre Wohnungen am besten gar nicht zu verlassen.

Die Nationale Wetterbehörde (NOAA) sagte voraus, dass sich durch das Aufeinanderstoßen zweier Tiefdruckgebiete der Wintersturm "Stella" bilden werde. Von der Küste bis zu den Appalachen, einem Mittelgebirge weiter landeinwärts, sei mit Schnee und starkem Wind zu rechnen, erklärte der US-Wetterdienst. Durch den Wintereinbruch drohten Stromausfälle und Verkehrschaos.

Für New York gab das Wetteramt eine Blizzard-Warnung heraus. Während des Sturms sei es an der Ostküste gefährlich hinauszugehen. "Reisen Sie nur in Notfällen", erklärte die Wetterbehörde. "Wenn Sie reisen müssen, nehmen Sie für den Notfall eine zusätzliche Taschenlampe, Essen und Wasser in ihrem Fahrzeug mit."

Der Website Flightaware.com zufolge, die unter anderem Verzögerungen und Ausfälle im Flugverkehr zählt, wurden bereits mehr als 5300 Flüge gestrichen, mehr als 1000 davon im Raum New York. Die Website registriert allerdings nicht, ob es sich um Ausfälle aufgrund schlechten Wetters handelt oder um andere Gründe.

Davon war auch der Flug von Bundeskanzlerin Angela Merkel betroffen. Die Kanzlerin wollte ursprünglich am Montagabend nach Washington zu einer USA-Reise aufbrechen, um sich dort mit Donald Trump zu treffen.

Auch das Fernbusunternehmen Greyhound strich im Nordosten der USA zahlreiche Verbindungen. In New York bleiben die Schulen am Dienstag geschlossen. Bürgermeister Bill de Blasio warnte vor einem der schlimmsten Schneestürme in der jüngeren Vergangenheit. In der Millionenmetropole und im Umland wird mit einer bis zu 60 Zentimeter hohen Schneedecke gerechnet. Neben schweren Schneefällen seien Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 Kilometern pro Stunde möglich, hieß es. "Obwohl es Mitte März ist, fühlt es sich in weiten Teilen des Landes weiter wie Winter an", schrieben die Meteorologen in einer Warnung.

Neben New York galten die winterlichen Vorhersagen auch für die Neuengland-Staaten sowie Teile von New Jersey, Pennsylvania, Ohio, West Virginia, Maryland und Delaware. So bereiteten sich Bewohner der Städte Washington, Baltimore, Philadelphia und Boston auf eine unerwartet späte Rückkehr des Winters vor.

Auch die Vereinten Nationen bereiteten sich auf den Schneesturm vor. "Das UN-Hauptquartier ist am Dienstag wegen des erwarteten schlechten Wetters im Raum New York geschlossen", twitterte die Pressestelle von UN-Generalsekretär Antonio Guterres am späten Montagabend (Ortszeit).

Im Januar 2016 hatte der inoffiziell "Snowzilla" genannte Schneesturm "Jonas" den Osten der USA größtenteils lahmgelegt. Dutzende Menschen kamen ums Leben.

In den USA werden derart heftige Schneestürme mit starken Temperaturstürzen Blizzards genannt. Laut Definition der NOAA sorgt bei einem Blizzard Wind mit mehr als 56,3 Kilometern pro Stunde mindestens drei Stunden lang bei starkem Schneefall für Sichtbehinderungen. Kaltluft aus den arktischen Regionen Kanadas strömt dabei am Rand von Tiefdruckgebieten nach Süden. Bei oftmals minus 35 Grad lässt der Blizzard unter einem Schnee- und Eispanzer auch weite Teile der USA erstarren und bringt dort das öffentliche Leben zum Erliegen.

(maxk/das/AFP/dpa)