Notre-Dame soll nach Brand einen „großen Regenschirm“ bekommen

Dach abgebrannt : Notre-Dame soll einen „großen Regenschirm“ bekommen

Das Dach der Pariser Kathedrale Notre-Dame ist beim Feuer in der Nacht von Montag zu Dienstag größtenteils abgebrannt. Der Innenraum ist deshalb nicht mehr vor Wasser geschützt. Abhilfe schaffen soll nun ein „großer Regenschirm“.

Dabei handele es sich um eine große Plane, die über dem schwer beschädigten Gebäude angebracht werden soll, sagte die Präsidentin der Architektenvereinigung für historische Gebäude, Charlotte Hubert, dem Sender BFM TV am Freitag. Der Chefarchitekt werde einen „großen Regenschirm“ schaffen, der die Form eines Spitzdaches haben soll. Die Konstruktion müsse größer sein als das ursprüngliche Dach, damit die Handwerker darunter arbeiten können.

Das Dach der weltberühmten Kathedrale war bei dem Brand am Montagabend in großen Teilen zerstört worden. Für kommende Woche ist in Paris Regen vorhergesagt. Bereits das Löschwasser hatte in der Kathedrale großen Schaden angerichtet. Regen könnte das Gebäude weiter beschädigen.

Kulturminister Franck Riester hatte dem Sender gesagt, dass es besonders gefährlich wäre, wenn sich Wasser auf dem Dach der Kathedrale ansammeln würde. Das würde die Einsturzgefahr erhöhen, warnte er.

Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo hat nach dem Feuer in der Kathedrale zu einem Schulterschluss der Franzosen aufgerufen. Sie und Frankreichs Innenminister Christophe Castaner würdigten außerdem den Einsatz der Feuerwehrleute.

Die frühere Kölner Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner soll derweil die Hilfe deutscher Experten beim Wiederaufbau der Notre-Dame koordinieren. „Der verheerende Brand von Notre-Dame hat uns alle tief erschüttert“, erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) dazu am Donnerstag in Berlin. Die Kathedrale habe nicht nur für Frankreich hohe symbolische Bedeutung, sondern sie präge als Unesco-Weltkulturerbe „unser aller gemeinsame kulturelle Identität in Europa“.

Schock-Werner ist Architektin und Kunsthistorikerin. Sie war von 1999 bis 2012 Dombaumeisterin des Kölner Doms. Sie werde die Kulturstaatsministerin auch als Beraterin am 30. April nach Paris begleiten, hieß es weiter. Dort will sich Grütters mit ihrem französischen Kollegen Franck Riester treffen und ihm Unterstützung von deutscher Seite anbieten.

(hebu/dpa)
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