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Nigeria: 28 entführte Schüler wieder frei

80 Kinder noch immer verschwunden : 28 entführte Schüler in Nigeria wieder frei

Bewaffnete Kidnapper haben im Norden Nigerias 28 Kinder freigelassen, die zu Monatsbeginn aus einer Schule verschleppt worden waren. Die Entführer hatten umgerechnet knapp 1000 Euro für jedes Kind gefordert.

Sie seien am Sonntag in der Baptistenschule in Damishi ihren Eltern übergeben worden, teilten Kirchenvertreter mit. Laut dem Geistlichen Israel Akanji sind aber noch mehr als 80 Kinder in der Gewalt der Entführer.

Die mehr als 120 Schüler waren am 5. Juli von Bewaffneten verschleppt worden. Sie fordern Berichten zufolge 500.000 Naira (rund 1020 Euro) für jeden Entführten. Akanji sagte, die Kirche habe kein Lösegeld gezahlt, da sie gegen die Bezahlung von Kriminellen sei. Auf etwaige Bemühungen der Familien um eine Freilassung ihrer Kinder habe die Kirche keinen Einfluss.

Bisher sind 34 Kinder entweder freigelassen worden oder geflüchtet. Ein Polizeisprecher sagte, dass Sicherheitskräfte und Truppen bei einer Routinepatrouille am 12. Juni rund um Wälder nahe des Ortes Tsohon Gaya drei umherirrende und erschöpfte Entführungsopfer gefunden hätten. Zwei weiteren Schülern gelang am 20. Juli die Flucht, nachdem man sie zum Brennholzsammeln in einen Wald geschickt hatte. Alle Kinder und Jugendlichen würden medizinisch untersucht, hieß es.

Bewaffnete haben in diesem Jahr eine Reihe von Massenentführungen aus Schulen im Norden Nigerias verübt. Oft geht es ihnen um Lösegeld. Präsident Muhammadu Buhari sicherte sich seine Wiederwahl auch mit dem Versprechen, die massiven Sicherheitsprobleme im Land anzugehen. Gegen die zunehmenden Entführungsfälle konnte er bisher allerdings nicht viel ausrichten.

(th/dpa)