Niederlande: Polizei nahm Terrorverdächtige nahe deutscher Grenze fest

Offenbar Anschlag vereitelt : Niederländische Polizei nahm Terrorverdächtige bei Roermond fest

Mit Sturmgewehren und Sprengstoff wollten Terroristen in den Niederlanden offenbar einen Anschlag auf eine Großveranstaltung verüben. Die Polizei nahm sieben Verdächtige fest - jetzt werden mehr Details über den Einsatz bekannt.

Im Zusammenhang mit einem möglicherweise vereitelten Terroranschlag hat die niederländische Polizei die Wohnungen von sieben festgenommenen Männern durchsucht. Wegen der noch laufenden Ermittlungen werde es vorerst keine weiteren Einzelheiten geben, sagte ein Polizeisprecher am Freitag.

Die sieben Männer im Alter von 21 bis 34 Jahren waren am Donnerstag festgenommen worden. Sie sollen nach Angaben der Staatsanwaltschaft einen großen Terroranschlag geplant haben. Die Verdächtigen sollten am Freitag dem Haftrichter in Rotterdam vorgeführt werden.

Die Männer waren nach monatelangen Ermittlungen in Arnheim im Osten des Landes und in Weert nahe Roermond von einer Anti-Terror-Einheit festgenommen worden. Dabei wurden mindestens fünf Pistolen und mehrere Autos beschlagnahmt, darunter ein Kleinbus mit französischem Kennzeichen.

Nach Angaben der Ermittler wollte die Gruppe mit Sturmgewehren und Bombenwesten einen Anschlag auf ein Großereignis verüben. Zugleich sollte an einem anderen Ort eine Autobombe zur Explosion gebracht werden. Ein leitender Ermittler sagte dem niederländischen Sender RTL, geplant gewesen sei wohl ein Angriff im Stil der Attentate auf die Charlie-Hebdo-Redaktion in Paris oder den Berliner Weihnachtsmarkt. 

Der Bürgermeister der Stadt Weert kündigte laut dem Online-Portal „rtlnieuws“ an, die Sicherheitsvorkehrungen für die Kirmes zu prüfen, die in seiner Stadt am Freitag beginnt. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft schränkte jedoch ein, es sei eher Zufall gewesen, dass einige Verdächtige gerade in Weert festgenommen worden seien. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Kirmes in Weert zum Ziel des Anschlags werden sollte.

Drahtzieher der Gruppe soll ein 34-jähriger Iraker sein, der in Arnheim wohnte. Er war bereits 2017 zu einer Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt worden, weil er sich der Terrormiliz IS anschließen wollte. Ein Teil der Strafe war zur Bewährung ausgesetzt worden. Auch zwei weitere der nun festgenommenen Männer waren aus diesem Grunde vorbestraft.

(ham/dpa)