Niederländische Bischöfe in Missbrauch verwickelt

Bericht aus den Niederlanden : Fast die Hälfte aller Bischöfe in Missbrauch-Skandal verwickelt

Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche hat auch die Niederlande erfasst. Viele der Bischöfe sollen darin verwickelt sein.

Laut einem Bericht der Zeitung „NRC“ sind 20 der 39 Bischöfe, die in den Niederlanden von 1945 bis 2010 im Amt waren, in den Skandal verwickelt gewesen. Vier Bischöfe hätten selbst sexuellen Missbrauch begangen, 16 weitere hätten Priester, denen Missbrauch vorgeworfen wurde, auf andere Stellen versetzt, berichtete das Blatt am Wochenende unter Berufung auf einen kirchlichen Bericht von 2011, Opferaussagen und eigene Recherchen.

Opfervertreter forderten die Kirche am Montag auf, alles öffentlich zu machen, was sie wisse. „Wenn sie diesem Elend eine Ende machen wollen, diesen Verbrechen, die an Kindern begangen wurden, dann können sie nicht einfach davon gehen. Dann müssen sie die Dinge öffentlich machen und ein neues System einrichten, wo Leute ihre Klagen einreichen können“, sagte Bert Smeets, der die Opfergruppe Mea Culpa vertritt.

In dem kirchlichen Bericht von 2011 ist von bis zu 20.000 Kindern die Rede, die während 65 Jahren von rund 800 Priestern und anderen Kirchenmitarbeitern missbraucht worden seien. Namen wurden nicht veröffentlicht. Kritiker wandten ein, dass er von der Kirche selbst in Auftrag gegeben worden ist.

Die katholische Kirche räumte ein, Bischöfe hätten nicht mit der nötigen Sorgfalt reagiert, als sie Priester nach Missbrauchsvorwürfen einfach versetzt hätten, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme. Man habe Vorkehrungen getroffen, die solche Vorfälle künftig vermeiden sollten.

(ham/dpa)
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