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Verkauf fauler Hypothekenpapiere: New Yorker Staatsanwalt droht Banken mit Klagen

Verkauf fauler Hypothekenpapiere : New Yorker Staatsanwalt droht Banken mit Klagen

Der oberste Strafverfolger von New York plant Klagen gegen die größten Banken der Welt. Er wirft ihnen vor, fehlerhafte Hypothekenpapiere verkauft zu haben. Zuvor waren drei Banken bereits zu Bußen in Milliardenhöhe verurteilt worden. Beleuchten will er auch die Tätigkeit der Banken auf außerbörslichen Handelsplattformen.

Der New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneidermann will Banken aufgrund des Verkaufs fauler Hypothekenpapiere anklagen. Damit würde er an Klagen anknüpfen, die bereits gegen JP Morgan, Bank of America und Citigroup durchgeführt wurden und bei denen die Banken Strafen in Milliardenhöhe zahlen mussten. "Offensichtlich waren viel mehr Institutionen involviert", so Schneidermann diese Woche in einem Interview. "Also wird es auch mehr Klagen geben." Ob er derzeit mit der Morgan Stanley Bank Vergleichsverhandlungen durchführt, wollte er nicht bekannt geben. Auch ein Sprecher des Finanzinstituts wollte sich nicht zu diesem Thema äußern. Insidern zufolge könnte die Bank als nächste eine Einigung erzielen.

Der Generalstaatsanwalt wird sich auch mit der Nutzung anonymer Handelsplattformen auseinander setzen. Auf den sogenannten "Dark Pools" müssen Käufer und Verkäufer ihre Orders nicht öffentlich machen. Mehrere Großbanken hatten Ermittlungen der Aufseher im Bezug auf diese Handelsplattformen bestätigt. Besonders insitutionelle Investoren sind auf dem Markt tätig, die große Aktienpakete unbemerkt kaufen oder verkaufen wollen. Auch Hedgefons und Hochfrequenzhändler sind hier aktiv. Die Aufsichtsbehörden sind aufgrund der fehlenden Transparenz auf die Handelsplattformen aufmerksam geworden. Sie befürchten, dass einige Marktteilnehmer der Banken zugunsten der Hochfrequenzhändler über den Tisch gezogen wurden. Ob Schneidermann konkrete Fälle im Bezug auf diese "Dark Pools" verfolgen wird, wollte er in dem Interview nicht bekannt geben.

Am Donnerstag hatte das Finanzinstitut UBS ein Verfahren in Zusammenhang mit ihrer anonymen Handelsplattform in den USA mit einer Geldzahlung von 14,4 Millionen Dollar beigelegt. Die US-Wertpapieraufsicht SEC warf ihr vor, auf ihrem amerikanischen Dark Pool Regeln verletzt zu haben.

(REU)