New Yorker Opernhaus entlässt Chefdirigent Levine wegen sexuellen Missbrauchs

Wegen sexuellen Missbrauchs: New Yorker Opernhaus entlässt Chefdirigent Levine

Die Metropolitan Opera in New York hat ihre Zusammenarbeit mit ihrem langjährigen Musikdirektor James Levine beendet. Es gebe "glaubwürdige Beweise", dass der 74-jährige Dirigent mehrere junge Musiker sexuell missbraucht habe.

Das weltberühmte Opernhaus - oft schlicht "Met" abgekürzt - hatte die Zusammenarbeit bereits im Dezember ausgesetzt, nachdem erste Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen Levine öffentlich geworden waren. Eine Untersuchung habe "glaubwürdige Beweise" zutage befördert, wonach Levine sich sowohl vor als auch während seiner Arbeit für die Met des sexuellen Missbrauchs und der Belästigung schuldig gemacht habe, erklärte das Opernhaus. Sein Verhalten habe sich vor allem gegen junge Künstler gerichtet, die am Anfang ihrer Karriere gestanden hätten.

Die Zusammenarbeit mit dem Dirigenten werde beendet, auch der Titel des Musikdirektor Emeritus werde Levine entzogen. Levine war 40 Jahre lang Musikdirektor des Orchesters der Met. 2016 ging er wegen einer Parkinson-Erkrankung in Rente, arbeitete aber weiter am Opernhaus.

An den Rand des Suizids getrieben

Im Rahmen der Untersuchung seien mehr als 70 Menschen befragt worden, erklärte die Met. Vorwürfe und Gerüchte, wonach Verantwortliche des Opernhauses Informationen über den Dirigenten zurückgehalten hätten, seien aber unbegründet, fügte sie hinzu.

Die "New York Times" und die "New York Post" hatten Ende vergangenen Jahres berichtet, der heute 74-jährige Levine habe einen Jugendlichen ab 1985 jahrelang sexuell missbraucht. Der Missbrauch habe bis 1993 angedauert und das heute 48-jährige Opfer fast in den Suizid getrieben. Drei weitere Männer erklärten ebenfalls öffentlich, von Levine sexuell missbraucht worden zu sein.

(sbl)