Demo mit Politikern und Promis Zehntausende fordern in New York das Ende von Kohle, Gas und Öl

New York · Demonstranten wollen einen US-Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energiequellen. Auch Prominente marschieren mit. Eine Forscherin sagt: Der Klimaprotest ist überwiegend jung und weiblich.

 Klimaaktivisten protestieren gegen die Energiepolitik und die Nutzung fossiler Brennstoffe.

Klimaaktivisten protestieren gegen die Energiepolitik und die Nutzung fossiler Brennstoffe.

Foto: dpa/Bryan Woolston

Zum Auftakt der New Yorker Klimawoche haben in der US-Ostküstenmetropole Zehntausende Aktivisten einen Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energiequellen gefordert. Die Zukunft und das Leben der Menschen hingen von dieser Entscheidung ab, riefen Demonstranten, während sie durch die Straßen rund um den Broadway zogen. Ziel ihres Zorns war auch US-Präsident Joe Biden, den sie aufforderten, keine neuen Öl- und Gasprojekte mehr zu genehmigen und den Klimanotstand auszurufen.

„Wir haben die Macht des Volkes, die Macht, die ihr braucht, um diese Wahl zu gewinnen“, sagte die 17-jährige Emma Buretta aus Brooklyn von der Klimaschutzorganisation Fridays for Future an die Politik gerichtet. „Wenn ihr 2024 gewinnen wollt, wenn ihr nicht wollt, dass das Blut meiner Generation an euren Händen klebt, dann beendet die fossilen Brennstoffe.“ Andere Demonstranten trugen Schilder mit Aufschriften wie „Fossile Brennstoffe töten uns“, „Ich will eine Zukunft ohne fossile Brennstoffe“ und „Lasst sie im Boden“.

Am „March to End Fossil Fuels“ nahmen Politiker wie die Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez sowie die Schauspieler Susan Sarandon, Ethan Hawke, Edward Norton, Kyra Sedgewick und Kevin Bacon teil. Die Veranstaltung bildete den Auftakt zur New Yorker Klimawoche, bei der führende Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Kunst zusammenkommen, um sich für die Rettung des Planeten einzusetzen. Die Organisatoren schätzten die Zahl der Teilnehmer auf 75 000.

Es gebe Menschen auf der ganzen Welt, „die auf die Straße gehen und ein Ende dessen fordern, was uns umbringt“, rief Ocasio-Cortez vor einer jubelnden Menge. Ein Nein als Antwort werde man „nicht akzeptieren“, sagte die 33-jährige Demokratin. „Wir müssen eine Botschaft senden, dass einige von uns in 30, 40, 50 Jahren noch auf diesem Planeten leben werden.“

Die Demonstration nahm stärker als vorherige Protestaktionen fossile Brennstoffe und die Industrie in den Fokus und erlebte einen großen Zulauf. 15 Prozent der Teilnehmer seien zum ersten Mal bei einer solchen Veranstaltung mitmarschiert, sagte die Soziologin Dana Fisher von der American University, die Umweltbewegungen untersucht und die Teilnehmer des Marschs befragt hatte. Es seien überwiegend Mädchen und Frauen, die sich gegen Kohle, Öl und Gas einsetzten, so Fisher.

Vertreter der Öl- und Gasindustrie betonten in Reaktion auf die Demonstration die Bedeutung der Unternehmen für die Wirtschaft und die Energiesicherheit. Man teile die Überzeugung, Maßnahmen gegen den Klimawandel treffen zu müssen, sagte Megan Bloomgren, Vizepräsidentin des American Petroleum Institute. Die Nutzung fossiler Brennstoffe zu verbieten, sei jedoch „der falsche Ansatz“, führe zu höheren Energiepreisen und zu einer Abhängigkeit von Energieimporten aus wirtschaftlich und politisch unsicheren Ländern.

(ldi/AP)