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Neuseeland: Mord an Backpackerin - Lebenslange Haft für Mann

Über Dating-App angelockt : Backpackerin ermordet - Lebenslange Haft für Neuseeländer

Er hatte sein Opfer über eine Dating-App kennengelernt, der Fall schlug hohe Wellen: Ein Neuseeländer hat für den Mord an einer britischen Rucksackreisenden eine lebenslange Haftstrafe bekommen.

Der 28-Jährige muss nach dem Urteil des Gerichts in Auckland mindestens 17 Jahre im Gefängnis bleiben, wie eine Justizsprecherin am Freitag bestätigte. Der Mann wurde schuldig gesprochen, die junge Frau am Abend vor ihrem 22. Geburtstag im Dezember 2018 erwürgt zu haben. Die Leiche packte er in einen Koffer und vergrub sie in der Nähe von Auckland, wo sie eine Woche später gefunden wurde. Die Tat löste international Entsetzen aus, es gab auch Mahnwachen für die junge Frau.

Gerichtsakten zufolge hatte die junge Britin den Verurteilten im Dezember 2018 in Auckland über die Dating-App Tinder kennengelernt. Nachdem sie mit ihm ausgegangen war, gingen sie in dessen Hotel. Dort erwürgte der Mann sie laut der Staatsanwaltschaft. Am Tag ihres Todes feierte die Frau ihren 22. Geburtstag.

Die Verteidiger des Mannes argumentierten, ein erotisches Würgespiel der jungen Leute sei aus dem Ruder gelaufen. Diese Darstellung wies die Jury Ende November jedoch zurück und befand ihn schuldig.

Eine lebenslange Haftstrafe stand praktisch im Vorfeld fest. Daher ging es bei der Urteilsverkündung des High Courts in Auckland um die Frage, wie viele Jahre der Täter absitzen muss, ehe seine Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Die Verteidigung hatte zwölf Jahre als angemessen bezeichnet, doch folgte Richter Moore der Forderung der Staatsanwaltschaft nach 17 Jahren. Die Nacktfotos, die der Mann nach dem Mord von dessen Opfer gemacht habe, seien zu Recht als abnorm beschrieben worden, erklärte Moore. Die Bilder zeugten zudem von dessen Mangel an Empathie gegenüber der jungen Frau.

(ala/dpa)