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Neil Young zieht Musik von Spotify ab - Protest gegen Corona-Falschinformationen

Streit um Joe Rogan : Neil Young zieht Musik von Spotify ab - Protest gegen Corona-Falschinformationen

Teurer Protest: Neil Young verzichtet auf Einnahmen von sechs Millionen Spotify-Hörern im Monat, weil ein Interviewgast im bestbezahlten Podcast der Musikplattform Falschinformationen über Corona verbreitet.

 Die Songs von Neil Young werden nicht mehr über den Streamingdienst Spotify zu hören sein. Spotify teilte am Mittwoch mit, es werde Youngs Wunsch nachkommen und seine Musik von der Plattform entfernen. Der US-kanadische Sänger hatte Spotify die Verbreitung von Falschinformationen vorgeworfen, weil im Dezember in dem Podcast „The Joe Rogan Experience“ auf Spotify der Infektiologe Robert Malone interviewt wurde - ein Held der Impfgegner in den USA.

 Bei Twitter wurde Malone gesperrt, weil er Falschinformationen über das Coronavirus verbreitet hat. Unter anderem behauptete er, Millionen Menschen seien hypnotisiert worden, um zu glauben, dass die Corona-Impfstoffe schwere Erkrankungen verhindern.

Deshalb wirft Young dem US-Comedian Rogan vor, Falschinformationen über das Coronavirus zu verbreiten. "Spotify ist zu einem Ort der potenziell tödlichen Desinformation über Covid geworden", erklärte Young. "Lügen, die gegen Geld verkauft werden." Rogan ist einer der beliebtesten Podcast-Hosts weltweit. Vergangenes Jahr schloss er mit Spotify einen geschätzt 100 Millionen Dollar (89 Millionen Euro) schweren Exklusiv-Vertrag.

Young hatte zuvor erklärt: "Sie können Rogan oder Young haben. Nicht beide." Der Musiker, der mit Liedern wie "Heart of Gold" und "Harvest Moon" bekannt wurde, wies daraufhin, dass 60 Prozent seiner Einnahmen aus Streaming von Spotify kommen. Er hatte auf der Plattform mehr als 2,4 Millionen Abonnenten und sechs Millionen Hörer pro Monat.

Young begründete seine Entscheidung damit, dass er nicht die „lebensbedrohliche Fehlinformation durch Spotify“ unterstützen wolle. Gerade junge Hörer würden Gefahr laufen, Aussagen für bare Münze zu nehmen, die sie auf der Plattform hörten. „Diese jungen Leute glauben, dass Spotify niemals grob falsche Informationen anbieten würde. Leider liegen sie falsch.“

Spotify teilte mit, es bedaure Youngs Entscheidung und hoffe, der Folk- und Rock-Musiker werde bald zurückkehren. Ab wann genau seine Songs nicht mehr online sein würden, wurde nicht gesagt. Den Angaben eines Sprechers zufolge habe die Plattform "seit Beginn der Pandemie mehr als 20.000 Podcast-Episoden im Zusammenhang mit Covid gelöscht".

(peng/dpa/AFP)