Jubel bei polnischen Pilgern: Nächster Weltjugendtag findet in Krakau statt

Jubel bei polnischen Pilgern: Nächster Weltjugendtag findet in Krakau statt

Mit einer großen Messe ist im brasilianischen Rio de Janeiro der katholische Weltjugendtag zu Ende gegangen. Zu dem Gottesdienst mit Papst Franziskus am Strand der Copacabana kamen nach Angaben der Stadtverwaltung 3,2 Millionen Menschen. In seiner Predigt fordert der Papst die jungen Gläubigen auf, gegen Gewalt, Intoleranz und Hass einzutreten. "Die Kirche rechnet mit euch!", rief er ihnen zu.

Den nächsten Weltjugendtag kündigte er für 2016 im polnischen Krakau an. Mit der Messe endete Franziskus' erste Auslandsreise, zu der er vergangenen Montag aufgebrochen war.

Trotz organisatorischer Hürden herrschte beim Abschluss des Katholikentreffens eine von Jubel geprägte Stimmung. Nach anhaltenden Regenfällen hatten die Messe und eine Vigilfeier am Samstagabend vom ursprünglich vorgesehenen Gelände im 50 Kilometer entfernten Guaratiba kurzfristig nach Rio verlegt werden müssen. Am Sonntag zeigte sich der Himmel über der Copacabana heiter. Tausende Gottesdienstbesucher stürzten sich nach der Messe zu einem kühlenden Bad in den Atlantik.

Auch Brasiliens Staatspräsidentin Dilma Rousseff nahm an der Feier teil. Sie hatte zudem alle weiteren Staats- und Regierungschefs Lateinamerikas eingeladen. An Rousseffs Seite saßen die argentinische Präsidentin Cristina Kirchner und Boliviens Präsident Evo Morales.

Papst Franziskus nahm sich vor dem Gottesdienst eine 45 Minuten Zeit, um bei einer Fahrt entlang der drei Kilometer langen Strandpromenade die Menschen zu begrüßen. Zahllose Besucher warfen ihm Nationalflaggen, Mützen und T-Shirts zu, die er bereitwillig auffing.
Einmal hielt Franziskus an, um aus einem ihm angereichten Mate-Becher Tee zu trinken. Ein Aufgebot von zwei Dutzend Personenschützern begleitete den offenen Geländewagen.

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Viele Besucher hatten die Nacht vor dem Gottesdienst am Strand oder auf den angrenzenden Straßen im Schlafsack verbracht. Das gesamte Viertel war seit Samstag für den privaten Autoverkehr gesperrt. Um die Pilger von der Copacabana zurückzubringen, sollten die Metro sowie Busse bis Mitternacht im Dauereinsatz sein. Die Organisatoren rief die Teilnehmer auf, ihre Schlafsäcke für die Obdachlosen der 6-Millionen-Metropole zu spenden.

Franziskus ermutigte in seiner Predigt die jungen Katholiken, ihren Glauben ohne Angst auch zu denen zu bringen, "die am fernsten, am gleichgültigsten erscheinen". Christus wolle, "dass alle die Wärme seiner Barmherzigkeit und seiner Liebe spüren". Das beste Mittel, um Jugendliche zum Glauben zu bekehren, sei "ein anderer Jugendlicher".
Die Priester rief er zu Engagement in der Jugendarbeit auf. "Helft ihnen, sich aktiv in der Kirche einzusetzen; niemals sollen sie sich allein fühlen."

Am Nachmittag (Ortszeit) sollte der Papst mit dem Leitungsausschuss des Lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM zusammentreffen. Das Gremium von rund 45 Bischöfen berät in der kommenden Woche in Rio.
Papst Franziskus war als damaliger Erzbischof von Buenos Aires bei der Generalversammlung der CELAM 2007 in Aparecida für die Redaktion des Schlussdokuments verantwortlich. Der CELAM bezeichnete die erste Begegnung mit dem ersten Papst aus Lateinamerika am Samstagabend als "historisch".

Vor der Abreise nach Rom wollte sich der Papst zudem im Messe- und Kongresszentrum von Rio bei den rund 15.000 freiwilligen Helfern des Weltjugendtags bedanken. Anschließend sollte es eine Verabschiedung von der Staatspräsidentin und den kirchlichen Spitzen des Landes auf dem internationalen Flughafen geben. Der Rückflug war für Mitternacht deutscher Zeit geplant, Ankunft in Rom sollte Montag 11.30 Uhr sein.

(KNA)
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