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Nach Zyklon „Idai“: In Mosambik bricht Cholera aus

Nach Zyklon „Idai“ : Im sturmgeschädigten Mosambik bricht Cholera aus

In den Notstandsgebieten trinken Menschen Wasser aus Pfützen und verseuchten Brunnen. Das ist gefährlich: Cholera wird über Wasser und Lebensmittel übertragen und kann innerhalb von Stunden zum Tod führen.

Nach dem verheerenden Wirbelsturm in Mosambik haben die Behörden erste Cholera-Erkrankungen registriert. In der schwer zerstörten 500 000-Einwohner-Stadt Beira seien fünf Fälle bestätigt worden, sagte der Direktor für medizinische Hilfe, Ussene Isse. Weil nach dem Durchzug des Zyklons „Idai“ Mitte März Hunderttausende ohne Kläranlagen und sauberes Wasser sind, fürchtet die Weltgesundheitsorganisation, dass Cholera und andere Epidemien um sich greifen. Sie warnte vor einer zweiten Katastrophe.

Besonders bei Überlebenden des Wirbelsturms, die nun in vollen Lagern, Schulen, Kirchen und auf Landfleckchen leben, die aus den Überflutungsgebieten herausragen, ist die Gefahr einer Ansteckung mit Cholera groß. Die Krankheit wird durch verseuchtes Essen und Wasser übertragen. Sie verursacht Durchfall und kann innerhalb von Stunden zum Tod führen, wenn sie nicht mit Rehydrationslösungen oder in schweren Fällen mit intravenös verabreichten Flüssigkeiten behandelt wird.

Die Naturkatastrophe hat allein in Mosambik mehr als 460 Menschen getötet. 1,8 Millionen sind dringend auf Hilfe angewiesen. In der vergangenen Woche hatte Präsident Filipe Nyusi die Zahl der Todesopfer auf 1000 geschätzt. Im benachbarten Simbabwe hat „Idai“ 259 Menschen das Leben gekostet, in Malawi mindestens 56.

Die Cholerafälle seien in Munhave aufgetreten, einem Armenviertel von Beira, berichtete Isse. Gesundheitsbedienstete eröffneten in der Stadt Kliniken.

Manche Menschen in Beira würden stehendes Wasser vom Straßenrand trinken, was die Durchfallgefahr erhöhe, teilte die Organisation Ärzte ohne Grenzen mit. Andere nähmen Wasser aus verseuchten Brunnen. „Das Ausmaß der extremen Schäden wird in den kommenden Wochen wahrscheinlich zu einem dramatischen Anstieg von Krankheiten führen, die über das Wasser übertragen werden - Hautinfektionen, Atemwegsinfektionen und Malaria“, sagte Gert Verdonck, der Notfallkoordinator in Beira.

(zim/dpa)