Nach Bergsturz: Polizei sieht kaum Überlebenschancen für Vermisste in Bondo

Nach Bergsturz in der Schweiz: Polizei sieht kaum Überlebenschancen für Vermisste in Bondo

Nach dem gigantischen Bergsturz in der Schweiz sind die Überlebenschancen für die acht Vermissten "nicht im hohen Bereich". Das sagte die Polizei bei einer Pressekonferenz zu dem Unglück am Freitag in der Unglücksregion in Graubünden.

Unter den Vermissten sind auch vier Deutsche aus Baden-Württemberg sowie je zwei Schweizer und zwei Österreicher. Die Polizei kenne auch die Herkunftsorte, sagte ein Sprecher. Sie wolle aber ohne Zustimmung der Angehörigen, mit denen sie in Kontakt stehe, keine näheren Angaben machen.

Retter waren weiterhin Einsatz. Sie wurden von Hubschraubern ins Hochgebirge gebracht und seilten sich ab, teils mit Suchhunden. Von den Vermissten fehlte dennoch jede Spur.

Die Wanderer waren am Mittwoch unabhängig voneinander im Bondasca-Tal an der Grenze zu Italien unterwegs, als eine gewaltige Menge Fels von der Spitze des 3369 Meter hohen Piz Cengalo stürzte. Der Hüttenwart der Berghütte Sasc Furä hatte der Zeitung "Blick" gesagt, vier der Vermissten seien Deutsche. Sie hätten in der Hütte übernachtet und seien am Mittwochmorgen in die Richtung losgewandert, in der wenig später der Bergsturz passierte. Die Polizei wollte die Zahl der Deutschen offiziell nicht bestätigen.

Nach dem Bergsturz schob sich eine Geröll- und Schlammlawine zu Tal, die alles in ihrem Weg fortriss. Die Lawine floss knapp am Dorf Bondo vorbei. Ein Alarmsystem warnte die 100 Einwohner - sie wurden in Sicherheit gebracht. Erste Bewohner konnten am Freitag zurückkehren.
Einige Zonen des Dorfes blieben aber gesperrt. Es bestand die Gefahr weiterer Steinschläge.

(felt)