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Myanmar: Tote bei Demonstrationen übersteigt Zahl von 200

Gewalt der Militär-Junta : Zahl der Toten bei Demonstrationen in Myanmar übersteigt 200

Seit Wochen gehen Menschen in Myanmar gegen die neue Militärregierung auf die Straße. Die Demonstrationen werden immer blutiger und brutaler.

Die Zahl der getöteten Teilnehmer von Demonstrationen gegen den Militärputsch in Myanmar ist nach Angaben einer unabhängigen Organisation auf mehr als 200 gestiegen. „Junta-Kräfte nehmen mit Scharfschützengewehren Demonstranten ins Visier, aber auch Normalbürger, ungeachtet der Zeit oder des Orts“, kritisierte der Unterstützerverband für politische Gefangene. Mit Stand Dienstag gebe es neben 202 Todesopfern auch 1862 Personen, die noch in Gewahrsam gehalten würden oder nach denen gesucht werde.

Medien berichteten am Mittwoch über neue friedliche Protestmärsche in Taungoo, Thayet, Myingyan, Madaya, Tamu und Pyay.

Die Polizei nahm in Yangon Barrikaden auseinander, die am Mittwochmorgen von Demonstranten errichtet worden waren. Die Militärregierung hat die Kommunikation per Internet eingeschränkt. Für einige Viertel von Yangon gilt seit Montag das Kriegsrecht. Dadurch werden sie vollständig vom Militär kontrolliert.

Der staatliche Sender MRTV berichtete am Dienstagabend (Ortszeit), dass eine prominente Persönlichkeit der Widerstandsbewegung, Dr. Sasa, des Hochverrats beschuldigt werde. Dadurch droht ihm die Todesstrafe. Der Arzt gehört zur ethnischen Minderheit der Chin. Dr. Sasa wurde von einem Komitee gewählter Parlamentsabgeordneter, die ihre Sitze nicht einnehmen durften, als Vertreter ernannt. Das Komitee CRPH fungiert als Schattenregierung, die sich zur einzig rechtmäßigen Vertretung der myanmarischen Bürger erklärt hat. Es wurde von der Militärregierung als illegal bezeichnet.

Sasa teilte mit, er sei stolz, wegen Verrats angeklagt zu sein, „weil Verrat gegen die Junta bedeutet, dass ich an der Seite der Menschen von Myanmar stehe, mein Leben für ihre Freiheit, für die föderale Demokratie und für Gerechtigkeit gebe.“ Seine Stellungnahme wurde auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht.

(june/dpa)