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Myanmar: Gericht vertagt Urteil gegen De-facto-Regierungschefin Aung Sang Suu Kyi

Mehr als 100 Jahre Haft drohen : Myanmarisches Gericht vertagt Urteil gegen Suu Kyi

Der entmachteten De-facto-Regierungschefin drohen insgesamt mehr als 100 Jahre Haft. Sie wurde bereits wegen Aufwiegelung und Verstoß gegen die Corona-Maßnahmen zu vier Jahren verurteilt. Die Urteilsverkündung soll nun für den 27. Dezember angesetzt sein.

Ein Gericht in Myanmar hat die Urteilsverkündung in mehreren Anklagepunkten gegen die gestürzte De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi vertagt. Aus Justizkreisen verlautete am Montag, das Urteil solle nun am 27. Dezember bekanntgegeben werden. Ein Grund für die Verschiebung wurde nicht genannt. In dem jüngsten Verfahren gegen die 76-jährige Friedensnobelpreisträgerin geht es um den illegalen Import von Funkgeräten und deren unerlaubte Nutzung.

Suu Kyi wurde bereits am 6. Dezember in zwei weiteren Anklagepunkten – Aufwiegelung und Verstoß gegen die Corona-Beschränkungen zu insgesamt vier Jahren Haft verurteilt. Der Chef der vom Militär eingesetzten Regierung, Min Aung Hlaing, reduzierte die Strafe nach der Urteilsverkündung um die Hälfte. Die Funkgeräte wurden am 1. Februar, dem Tag des Militärputsches, bei ihren Sicherheitsleuten gefunden. An dem Tag wurde Suu Kyi festgenommen. Ihre Anwälte sagten, die Funkgeräte seien nicht ihr persönlicher Besitz gewesen. Sie seien außerdem rechtmäßig verwendet worden, um ihre Sicherheit zu garantieren. Das Gericht weigerte sich dennoch, die Anklage fallenzulassen.

Suu Kyis Anhänger und Menschenrechtsorganisation erklärten, die Fälle gegen sie seien vom Militär erfunden worden, um sie zu diskreditieren und ihre politische Karriere zu beenden und gleichzeitig die Machtübernahme zu rechtfertigen. Sollte sie in allen Anklagepunkten für schuldig befunden werden, könnte Suu Kyi zu mehr als 100 Jahren Gefängnis verurteilt werden.

(jma/dpa)