Tesla-Chef wettert gegen Medien: Musk will Website zur Bewertung des Wahrheitsgehalts von Artikeln einrichten

Tesla-Chef wettert gegen Medien : Musk will Website zur Bewertung des Wahrheitsgehalts von Artikeln einrichten

Die Internetseite solle einen „Glaubwürdigkeitswert“ für Journalisten und Publikationen liefern. Er lässt nun Twitter-Nutzer abstimmen, ob die Seite eingerichtet werden soll. Zuvor hatte Musk die Medien scharf angegriffen.

Er erwäge die Seite „Pravda“ zu nennen, schrieb Tesla-Chef Elon Musk am Mittwoch auf Twitter. „Pravda“ bedeutet auf russisch „Wahrheit“ und war einst Titel des sowjetischen Parteiblatts. Später twitterte Musk, er könne sich als Name auch „You’ re Right“ vorstellen.

Wie genau die Webseite funktionieren soll, erklärte er nicht. Dafür können Twitter-Nutzer aber bereits abstimmen, ob er eine solche Website einrichten solle. Die Auswahloptionen: „Ja, das wäre gut“ oder „Nein, Medien sind toll“. Bis zum Donnerstagmittag hatten bereits über 550.000 Nutzer abgestimmt. Und die Umfrage ist noch nicht beendet.

Zuvor hatte der Tesla-Chef die „großen Medienunternehmen“ scharf angegriffen. Die Öffentlichkeit respektiere sie nicht mehr, weil sie „selbstgefällige Heuchelei“ betrieben, schrieb der Tech-Milliardär. Dabei verlinkte Musk auf den Autoblog „Electrek“, der einen Analysten mit der Einschätzung zitierte, Teslas Aktien könnten steigen, weil die Negativität ihren Höhepunkt erreicht haben dürfte und zuletzt „zunehmend unerhebliche“ Berichte die Nachrichten dominiert hätten.

In einem Schlagabtausch mit einem Reporter des Tech-Portals „The Verge“ behauptete Musk dann, dass niemand mehr der Presse traue. Dies sei auch der Grund, warum US-Präsident Donald Trump gewählt wurde. „Ihr habt eure Glaubwürdigkeit schon vor langer Zeit verloren.“ Das Problem der Journalisten sei der laufende Druck, Klicks zu maximieren und Werbeerlöse zu verdienen, um nicht gefeuert zu werden. Das sei eine heikle Situation, da Tesla keine Werbung schalte und die Hersteller herkömmlicher Autos zu den größten Anzeigenkunden zählten.

Tesla kämpft derzeit mit Problemen beim Anlauf der Serienfertigung seines ersten Mittelklasse-Elektroautos Model 3, dessen Produktionsziele mehrfach verfehlt und verschoben wurden. Musk hat in der Vergangenheit auch schon gegen Investoren ausgeteilt, die auf einen Kursverfall der Tesla-Aktie wetten. Nach Vorlage der jüngsten Quartalszahlen bügelte er kritische Fragen von Analysten in einer Konferenzschalte ab, weil er sie zu langweilig fand.

(togr/dpa)
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