Michael Jacksons Leibarzt: Murray muss vier Jahre hinter Gitter

Michael Jacksons Leibarzt: Murray muss vier Jahre hinter Gitter

Conrad Murray muss vier Jahre ins Gefängnis. Wegen der fahrlässigen Tötung von Michael Jackson muss der Leibarzt des Popstars seine Strafe antreten. Das hat Richter Michael Pastor am Superior Court in Los Angeles entschieden.

Eine Strafe zur Bewährung lehnte das Gericht ausdrücklich ab. Richter Pastor begründete das Strafmaß am Dienstag in Los Angeles damit, dass Murray keinerlei Reue für die Tat gezeigt habe. Während der Urteilsverkündung saß Murray gewohnt regungslos auf der Anklagebank und nahm auch das Urteil äußerlich ungerührt entgegen. Wegen der Überfüllung der Gefängnisse im Bundesstaat Kalifornien könnte der Mediziner die Strafe aber möglicherweise als Hausarrest absitzen.

Die Staatsanwaltschaft in Los Angeles hatte zuvor Murray die Höchststrafe von vier Jahren Haft gefordert. Außerdem solle der Mediziner die Jackson-Familie mit rund 100 Millionen Dollar (75,6 Millionen Euro) für entgangene Einnahmen aus einer geplanten Konzertserie entschädigen. Die Verteidigung hatte dagegen auf eine Bewährungsstrafe gehofft.

Murray war Anfang November nach einem sechswöchigen Prozess von einer Jury schuldig gesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mediziner vorgeworfen, dem unter Schlafproblemen leidenden Jackson im Juni 2009 eine Überdosis des Betäubungsmittels Propofol verabreicht und ihn dann vernachlässigt zu haben. Richter Pastor erklärte bei der Verkündung des Strafmaßes, dass der Popstar "wegen der Handlungen und der Vernachlässigung der gesetzlichen Pflichten" von Murray gestorben sei.

Murrays Anwälte hatten vergeblich argumentiert, dass sich Jackson die tödliche Dosis selbst verabreicht haben könnte. Nach dem Schuldspruch hatte die Verteidigung dann eine Bewährungsstrafe für den Mediziner gefordert, dem mit dem Entzug seiner ärztlichen Zulassung bereits der Verlust der beruflichen Existenzgrundlage drohe.

  • Fotos : Prozess-Auftakt gegen Jacksons Leibarzt

Familie mit Strafmaß zufrieden

"Wir wollen keine Rache. Es gibt nichts, was uns Michael zurückbringt", hieß es in einer Stellungnahme der Jackson-Familie, die der Anwalt Brian Panish verlas. "Als seine Brüder und Schwestern können wir nie mehr mit Michael lachen oder auftreten. Und als seine Kinder werden wir ohne Vater aufwachsen - unserem besten Freund, Spielkameraden und Papa."

Gegenüber der Nachrichtenagentur AP zeigte sich die Familie von Michael Jackson nach dem Urteil mit dem Strafmaß zufrieden. "Wir werden eine Familie sein", sagte Michael Jacksons Bruder Jermaine.
"Wir werden nach vorne schauen. Wir werden auf Tour gehen, Musik machen und ihn vermissen."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Michael-Jackson-Fans feiern das Urteil gegen Dr. Murray

(AFP)
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