Mordfall Kim: Verdächtige in Malaysia wieder auf freiem Fuß

Halbbruder von Nordkorea-Machthaber vergiftet : Verdächtige im Mordfall Kim aus Gefängnis entlassen

Im Fall des mit Gift getöteten Halbbruders von Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un ist die verurteilte Vietnamesin aus dem Gefängnis entlassen worden.

Das sagte ein Übersetzer der vietnamesischen Botschaft am Freitag. Ihre Anwälte sagten, sie solle noch am Freitag nach Hanoi fliegen. Die 30-jährige Doan Thi Huong habe „glücklich“ ausgesehen, so der Übersetzer. Er konnte jedoch keine weiteren Details geben.

Huong war vor etwa zwei Jahren festgenommen worden. Ihr und einer Indonesierin wurde ihr vorgeworfen, Kim Jong Nam 2017 mit einem Nervengift im Flughafen von Kuala Lumpur getötet zu haben, und mit vier flüchtigen Nordkoreanern unter einer Decke zu stecken. Beide Frauen hatten ausgesagt, geglaubt zu haben, sie nähmen an einer Fernsehshow im Stil von „Versteckte Kamera“ teil. Dabei sei es ihre Aufgabe gewesen, das Gesicht des Halbbruders von Kim mit einer öligen Substanz einzureiben.

Die Indonesierin kam Mitte März überraschend auf freien Fuß. Huong war Anfang April wegen Waffenbesitzes zu 40 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Ein zuvor fallengelassener Mordvorwurf hätte ihr die Todesstrafe einbringen können. Die beinahe zweijährige Untersuchungshaft wurde auf die Strafe angerechnet. Schon bei der Urteilsverkündung ging ihr Anwalt Hisyam Teh Poh Teik davon aus, dass sie wegen guter Führung Anfang Mai freikomme. Der Presse sagte sie damals, sie wolle Sängerin und Schauspielerin werden, wenn sie wieder zuhause sei.

(mja/dpa)