1. Panorama
  2. Ausland

Kleinstaat soll "wachsen": Monaco will dem Meer sechs Hektar abtrotzen

Kleinstaat soll "wachsen" : Monaco will dem Meer sechs Hektar abtrotzen

Cote d Azur-Spielplatz der Reichen und Schönen

Das Fürstentum Monaco unternimmt einen neuen Anlauf, um im Meer vor seiner Küste Land zu gewinnen. Am Montag wurde eine Ausschreibung für das gigantische Bauprojekt gestartet, mit dem eine sechs Hektar große Fläche für den Bau neuer Gebäude geschaffen werden soll.

In einem ersten Schritt muss im Meer ein Fundament für das neue Gelände geschaffen werden, allein dafür werden die Kosten auf eine Milliarde Euro geschätzt. Bis 2024 könnte dann ein Viertel mit sechs- bis zehnstöckigen Gebäuden mit Luxuswohnungen, Büros, Geschäften und Tiefgaragen entstehen.

Das nur 200 Hektar große und sehr dicht besiedelte Fürstentum platzt aus allen Nähten, auf dem Festland gibt es praktisch keinen Platz mehr für neue Bauten. Ein Vorhaben für eine Erweiterung um eine zwölf Hektar große Halbinsel war 2008 unter anderem wegen der Finanzkrise begraben worden. Damals waren Entwürfe der Stararchitekten Norman Foster und Daniel Libeskind bei einer Ausschreibung in die Endrunde gekommen.

Monacos Regierungschef Michel Roger erklärte am Montag, dass nun ein neues Erweiterungs-Projekt lanciert werde, sei "ein Akt des Optimismus bezüglich der wirtschaftlichen Zukunft des Landes". "Monaco hat die Krise hinter sich gelassen, wir stehen wieder auf stabilen Fundamenten", erklärte der Ministerpräsident.

Das Bauprojekt war 2008 nicht nur wegen der Finanzkrise, sondern auch aus Umweltschutzgründen abgesagt worden, denn vor der Küste Monacos liegen sensible Meeresschutzgebiete. Das nun geplante Gelände soll zwischen zwei Schutzgebieten liegen, mit einem Abstand von nur 20 beziehungsweise 40 Metern.

Monaco hat mit Fontvieille bereits einen 22 Hektar großen Stadtteil, der auf aufgeschüttetem Land steht. Das Projekt war in den 60er Jahren gestartet worden, die Regierung des Kleinstaates schließt eine Erweiterung von Fontvieille um sechs Hektar für die Zukunft nicht aus.

(AFP/felt/jco)