1. Panorama
  2. Ausland

Mohammed-Karikaturen: Tote bei Angriff auf Ausstellung

Anschlag in Texas : Tote bei Angriff auf Ausstellung mit Mohammed-Karikaturen

In einer Kongresshalle in Texas wird die beste Mohammed-Karikatur ausgezeichnet. Plötzlich fallen vor dem Gebäude Schüsse. Was steckt dahinter?

Zwei Bewaffnete haben in Texas vor einer Ausstellung von Mohammed-Karikaturen einen Wachmann angeschossen. Die beiden Verdächtigen seien daraufhin von der Polizei getötet worden, teilte die Stadtverwaltung von Garland mit. Sprengstoffexperten durchsuchten den Wagen der Angreifer nach einer möglichen Bombe. Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar. Bei der Veranstaltung in dem Vorort von Dallas war auch der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders aufgetreten.

Im Curtis Culwell Center hatte die islamkritische American Freedom Defense Initiative am Sonntagabend einen Wettbewerb ausgerichtet, bei der Zeichner für die beste Mohammed-Karikatur ausgezeichnet wurden.
Für den Gewinner gab es ein Preisgeld über 10.000 Dollar, überreicht von Wilders. Abbildungen des Propheten gelten vielen Muslimen als blasphemisch. Für solche Karikaturen ist die französische Zeitschrift "Charlie Hebdo" bekannt, die im Januar Ziel eines Terrorangriffs war.

Kurz vor Ende der Veranstaltung in Garland fuhren zwei Männer vor und eröffneten vor dem Gebäude das Feuer auf den Sicherheitsbeamten. Polizisten schossen zurück und trafen die Angreifer tödlich. Rund 75 Besucher wurden zunächst in einen anderen Raum im Kongresszentrum gebracht, später an einen gesonderten Ort. Ein Großaufgebot der Polizei rückte an. Das Areal wurde großräumig gesperrt, Polizeihubschrauber kreisten über der Gegend. FBI-Agenten wurden zum Tatort gerufen. Der angeschossene Beamte kam in ein örtliches Krankenhaus, wurde aber später entlassen.

Erste Ermittlungen deuteten auf einen islamistischen Hintergrund hin. Nach Informationen des Fernsehsenders ABC handelt es sich bei einem der Angreifer um Elton S. aus dem Bundesstaat Arizona, den die Bundespolizei FBI bereits als Terrorverdächtigen im Visier hatte. Vor fünf Jahren war er den Angaben zufolge verurteilt worden, weil er das FBI über Reisepläne nach Afrika belogen hatte. Allerdings habe es damals keine ausreichenden Beweise gegeben, dass er sich einer Terrorgruppe habe anschließen wollen.

Das FBI geht laut dem ABC-Bericht davon aus, dass S. die Attacke in Garland zuvor im Onlinedienst Twitter angekündigt habe. Polizisten durchsuchten in der Nacht die Wohnung des Verdächtigen in Phoenix. Lokale Fernsehsender in Phoenix berichteten, dass es sich bei dem Komplizen um den Mitbewohner von S. gehandelt haben soll.

Wie das auf die Auswertung islamistischer Internetportale spezialisierte US-Unternehmen Site mitteilte, verkündete ein Kämpfer der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS), der Anschlag sei von zwei IS-Sympathisanten verübt worden. "Zwei unserer Brüder" hätten das Feuer auf die Karikaturenausstellung in Texas eröffnet, schrieb der Dschihadist Abu Hassain al-Britani, bei dem es sich laut SITE um den Briten Junaid Hussain handelt, auf Twitter.

Vor der Veranstaltung sei bei den Behörden keine Drohung eingegangen, sagte Polizeisprecher Joe Harn. Dennoch prüfe man mit Blick auf Vorfälle bei ähnlichen Events, ob sich im Auto der Angreifer eine Bombe befinde.

Bei dem Anschlag auf "Charlie Hebdo" hatten im Januar islamistische Terroristen die Pariser Redaktion angegriffen und zwölf Menschen getötet. Die Zeitschrift hatte den Islam sowie andere Religionen oft verspottet und immer wieder Mohammed abgebildet.

Die Organisation American Freedom Defense Initiative war bereits in der Vergangenheit mit antiislamischen Aktionen aufgefallen. Bekannt wurde die New Yorker Gruppe etwa mit einer Kampagne gegen den Bau eines islamischen Zentrums in der Nähe des World Trade Center und dem Kauf von Werbeflächen in US-Städten, auf denen der Islam kritisiert wird.

Ihre Präsidentin Pamela Geller verteidigte den Karikaturen-Wettbewerb in Garland. Die Schüsse zeigten, wie nötig die Veranstaltung gewesen sei, sagte sie der Nachrichtenagentur AP. Mit dem Event wolle ihre Organisation auf die Empörung und die Gewalt wegen den Mohammed-Karikaturen reagieren und für Meinungsfreiheit eintreten.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Angriff bei Mohammed-Karikaturen-Ausstellung

(AFP)