Missbrauchsprozess: Anwalt will Bill Cosby nicht mehr verteidigen

Vor nächstem Missbrauchsprozess: Anwalt will US-Fernsehstar Cosby nicht mehr verteidigen

"Er hat uns versklavt": Tränenreiche Anschuldigungen im Cosby-Prozess

Der amerikanische Fernsehstar Bill Cosby muss sich demnächst erneut wegen Missbrauchsvorwürfen von rund 60 Frauen vor Gericht verantworten. Nun hat Brian McMonagle, der als bester Anwalt Cosbys galt, sein Mandat niedergelegt.

Ein Sprecher Cosbys bestätigte einen Bericht der "New York Post". Angaben zu den Gründen für den Rückzug McMonagles machte er nicht. Ende August solle ein neuer Anwalt mit dem Dossier betraut werden. Eine weitere Hauptanwältin, Angela Agrusa, werde aber weiterhin für Cosby in dem Fall tätig sein.

McMonagle galt als der profilierteste und beste Verteidiger Cosbys während des ersten Prozesses, der Mitte Juni platzte, weil sich die Geschworenen nicht auf ein Urteil einigen konnten. Prozessbeoachter gehen davon aus, dass sein Plädoyer mit dazu beitrug, die Geschworenen teilweise von der Unschuld Cosbys zu überzeugen.

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Am 6. November soll der Prozess neu aufgerollt werden. Der 80-jährige TV-Star wird von rund 60 Frauen beschuldigt, sie in früheren Jahren sexuell missbraucht zu haben. Die meisten Anschuldigungen sind verjährt. Deshalb beschränkt sich der Prozess auf einen Fall aus dem Jahr 2004. Die heute 44-jährige Andrea Constand wirft Cosby vor, sie damals in seinem Haus in Philadelphia mit Tabletten betäubt und sich dann an ihr vergangen zu haben.

Cosby wurde in den USA jahrzehntelang als "Amerikas Dad" verehrt. In der Rolle als liebenswürdiger Arzt und gutmütiger Familienvater in seiner "Cosby Show" war der afroamerikanische Schauspieler einer der beliebtesten TV-Stars des Landes. Inzwischen haben sich auch die meisten Kollegen aus dem Show-Business von ihm abgewandt.

(sbl)