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Minneapolis zahlt 27 Millionen Dollar an Familie von George Floyd

Zivilrechtliches Verfahren : Minneapolis zahlt 27 Millionen Dollar an Familie von George Floyd

Mit der Rekordsumme endet ein zivilrechtliches Verfahren. Aber in einem Strafprozess muss sich nach wie vor ein Ex-Polizist für den Tod des Schwarzen Floyd verantworten.

Die Stadt Minneapolis zahlt der Familie des bei einem Polizeieinsatz getöteten Schwarzen George Floyd 27 Millionen Dollar (rund 22,6 Millionen Euro). Mit der Einigung vom Freitag wurde ein zivilrechtliches Verfahren zu dem Fall beigelegt, der Ende Mai 2020 in den USA zu landesweiten Protesten und Unruhen geführt hatte.

Floyd war gestorben, nachdem ein weißer Polizist in Minneapolis sein Knie neun Minuten lang auf dessen Hals gedrückt hatte. Im Mordprozess gegen den danach entlassenen Polizisten werden seit dieser Woche die Geschworenen ausgewählt. Im vergangen Juli reichte die Familie zusätzlich eine zivilrechtliche Klage gegen die Stadt Minneapolis, den Polizisten und drei seiner Kollegen ein. Darin hieß es, die Beamten hätten Floyds Rechte missachtet, als sie ihn auf diese Art und Weise festhielten. Der Stadtverwaltung wurde vorgeworfen, eine Kultur übermäßiger Gewalt in ihrer Polizei toleriert zu haben.

Der Stadtrat von Minneapolis verkündete den Vergleich mit den Klägern am Freitag nach einer Sitzung hinter verschlossenen Türen. Teil der Rekordsumme sind auch 500 000 Dollar, die an jenes Viertel gehen sollen, in dem Floyd bei seiner Festnahme ums Leben kam.

Ben Crump, Anwalt der Familie und zahlreicher anderer schwarzer Opfer von Polizeigewalt, erklärte, noch nie habe es in einem Bürgerrechtsfall vor Beginn des eigentlichen Verfahrens einen so hohen Vergleich gegeben. „Das sendet eine kraftvolle Botschaft, dass schwarze Leben sehr wohl zählen und Polizeibrutalität gegen Schwarze aufhören muss.“

2019 hatte die Stadt Minneapolis im Fall von Justine Ruszczyk Damond der Zahlung von 20 Millionen Dollar zugestimmt. Die unbewaffnete Frau war von einem Polizisten erschossen worden, nachdem sie selbst wegen eines möglichen Verbrechens hinter ihrem Haus über den Notruf Hilfe gerufen hatte.

Im Mordprozess gegen den Ex-Polizisten Derek C. wurden bis Freitag sechs der zwölf Geschworenen ausgewählt. Drei Wochen sind für die Auswahl der Jury vorgesehen. Die Eröffnungsplädoyers sollen frühestens am 29. März stattfinden. Die drei ebenfalls entlassenen Kollegen des Ex-Polizisten müssen sich ab August in einem eigenen Verfahren wegen Beihilfe verantworten.

(chal/dpa)